Hohe Zeichnungsgewinne
ICBC brennt Kursfeuerwerk ab

Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) hat ein fulminantes Börsendebüt hingelegt: Beim größten Börsengang der Geschichte bescherte die Aktie der chinesische Großbank in Schanghai und Hongkong wie erwartet hohe Zeichnungsgewinne. Das Institut schickt sich mit einem Rekord-IPO an, in den Kreis der zehn weltgrößten Geldhäuser vorzustoßen.

HB SCHANGHAI/HONGKONG. In Hongkong kletterte der Preis pro Aktie der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) kurz nach Handelsbeginn um rund 19 Prozent auf 3,65 Hongkong-Dollar, in Schanghai um knapp neun Prozent auf 3,40 Yuan. Die noch immer unter Staatseinfluss stehende größte chinesische Bank erlöste damit allein in Schanghai rund 5,9 Mrd. Dollar. Zusammen mit dem wenig später gestarteten Börsendebüt in Hongkong soll so die weltweit bislang beispiellose Summe von rund 22 Mrd. Dollar zusammenkommen. Damit überflügelt sie den bisher größten Börsengang des japanischen Mobilfunkanbieters NTT DoCoMo mit 18,4 Mrd. Dollar aus dem Jahr 1998.

Durch das Plus gegenüber dem Ausgabepreis bewegt sich der Marktwert des Instituts in Richtung von 150 Milliarden Dollar. Mit dieser Marktkapitalisierung wäre die chinesische Bank dann doppelt so viel wert wie die Deutsche Bank. Damit rückt die ICBC in der Weltrangliste der größten Banken locker unter die Top 10 auf, noch vor Branchengrößen wie der bisherigen Nummer sechs, der Schweizer UBS (135 Mrd. Dollar), und Wells Fargo aus den USA (122,67 Mrd. Dollar, bisher Platz sieben). Zum Vergleich: Branchenprimus Citigroup aus den USA bringt es auf eine Marktkapitalisierung von 251,3 Mrd. Dollar.

ICBC-Präsident Yang Kaisheng äußerte sich sehr zufrieden mit dem Listing. Die ICBC-Papiere waren nach Informationen aus mit der Situation vertrauten Kreisen vielfach überzeichnet. Allein in Hongkong sollen Orders mit einem Volumen von 400 Mrd. Dollar eingegangen sein. Dort hatten die Papiere um 17 Prozent über dem IPO-Preis eröffnet und legten dann weiter zu. Im Vorfeld des Listings hatten sich die Investoren, die bei der Zeichnung nicht zum Zug kamen, auf dem Graumarkt eingedeckt. Marktteilnehmer erwarteten einen Kursanstieg von bis zu 20 Prozent in Hongkong.

Mit dem Kauf der Papiere setzen die Investoren Experten zufolge weniger auf die Geschäfte der Bank, sondern spekulieren vielmehr auf das chinesische Wirtschaftswachstum als ganzes. ICBC zählt mehr Kunden als Frankreich und Großbritannien zusammen Einwohner. Das Kreditbuch entspricht in seinem Umfang etwa 20 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsprodukts. Auch die bisherigen vier Hongkonger Börsengänge chinesischer Banken in diesem Jahr waren auf lebhaftes Interesse der Anleger gestoßen.

Experten hatten einen Anstieg des Aktienwerks nach Handelsstart von zehn bis 15 Prozent erwartet. Auf dem Graumarkt wurden die Aktien zuvor bereits deutlich darüber, zwischen 3,38 und 3,53 Hongkong-Dollar gehandelt. Die größte Bank Chinas mit Sitz in Peking gibt in Hongkong 35,39 Milliarden so genannte H-Aktien aus und 13 Milliarden A-Papiere an der Börse in Schanghai. Den Emissionsbanken, zu denen die Deutsche Bank gehört, wurde zudem eine Mehrzuteilungsoption von 7,26 Mrd. Aktien eingeräumt.

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