Hoher Ölpreis belastet den Konzern gleich doppelt
Wal-Mart-Strategie schreckt Investoren ab

Der rekordhohe Ölpreis schadet einer ganzen Reihe von US-Einzelhändlern – und mit am härtesten trifft es Wal-Mart.

HB HOUSTON. Denn die größte Handelskette der Welt bekommt die Steigerung gleich doppelt zu spüren: zum einen, weil die eigenen Energiekosten in die Höhe klettern, so etwa im vergangenen Quartal bei den Nebenkosten um rund 100 Mill. Dollar; nach Firmenschätzungen kostete es diesen Sommer etwa 30 Mill. Dollar mehr, die Güter von den Verteilzentren in die Filialen zu transportieren.

Zum anderen müssen die Kunden auf Grund der stark gestiegenen Benzinpreise mehr fürs Tanken bezahlen und haben weniger Geld zum Einkaufen übrig. Besonders heikel: Wal-Marts Angebot richtet sich insbesondere an die unteren und mittleren Einkommensschichten, die die steigenden Benzinpreise am deutlichsten spüren. Etwa 100 Mill. US-Kunden besuchen die Wal-Mart-Läden pro Woche.

Konkurrent Target, dessen Waren im Schnitt etwas mehr kosten, aber auch bessere Qualität bieten als Wal-Marts, meldete dagegen im vergangenen Quartal höhere Umsätze und sogar ein Gewinnplus von 50 Prozent. Die doppelte Ölpreis-Problematik führte dazu, dass Wal-Mart in seiner jüngsten Bilanzlegung trotz guter Zahlen für das kommende Quartal und das Gesamtjahr vor niedrigeren Gewinnen warnte.

Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit, sagen Analysten. „Insgesamt hat die Geschäftsleitung während der Bilanzkonferenz neunmal die Wörter Öl, Benzin oder Treibstoff benutzt“, sagt Greg Melich von Morgan Stanley. „Aber in Wahrheit war das zweite Quartal ein Mikrokosmos aller Herausforderungen, vor denen Wal-Mart im Moment steht. Der Ölpreis ist sicher auch ein Problem, aber unserer Meinung nicht das zentrale.“

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