Hoher Ölpreis treibt Gewinne
Exxon-Aktie jagd Rekorde

Beim Ölkonzern Exxon Mobil ist kein Ende des Aufschwungs in Sicht, und auch der Aktienkurs wird in neue Rekordhöhen steigen, sagen die Analysten. Die Freude der Anleger über den Boom ist allerdings nicht ungetrübt. Eine dürftige Dividendenerhöhung und Ärger um zu hohe Pensionszahlungen dämpfen ihre Stimmung.

HOUSTON. Dennoch ist Exxons Aktie angesichts der weiter explodierenden Öl- und Benzinpreise eine der begehrtesten am Markt: Das Zehnjahreshoch bei 65 Dollar von September ist fast schon wieder geknackt, in elf Monaten hat der Kurs mehr als 20 Prozent zugelegt. Von 20 Analysten raten 16 zum Kauf, die Hälfte sagt sogar „strong buy“.

„Exxon ist eindeutig eine der besten Kaufgelegenheiten des Jahres“, sagt Analyst Dan Barcelo von Bank of America. „Die gleichbleibend guten Zahlen und die hohe Qualität der Anlagen rechtfertigen den vergleichsweise hohen Preis allemal.“ Im vergangenen Jahr erzielten die Texaner einen Gewinn von 36 Mrd. Dollar und sicherten sich damit den Titel als lukrativstes Unternehmen aller Zeiten.

Trotzdem erhöhte die Geschäftsleitung die Dividende kürzlich nur leicht von 29 auf 32 Cent pro Aktie – und verärgerte damit die Aktionäre. „Exxon-Anleger erhalten die zweitschlechteste Ausschüttung unter allen Ölgiganten.“ Darüber hinaus muss sich der Konzern zurzeit harsche Kritik an der gigantischen Pensionszahlung für den scheidenden Chef Lee Raymond anhören. Insgesamt fast 170 Mill. Dollar bekommt Raymond mit auf den Weg in den Ruhestand. „Damit erhält Mr. Raymond eine Rockefeller-Gehalt, ohne jemals ein Rockefeller-Risiko eingegangen zu sein“, sagte der Unternehmensethik-Professor Charles Elson von der University of Delaware dem Finanzdienst Market Watch.

An den blendenden Aussichten für Exxon in den nächsten Jahren ändert das nach Meinung von Analysten allerdings wenig. „Das laufende Jahr verspricht ein Wendepunkt für das Wachstum bei der Öl- und Benzinproduktion zu werden, nachdem wir fünf Jahre lang nur wenig konkreten Fortschritt gesehen haben“, sagt Doug Leggate von Citigroup. „Das sollte die Aktie auf etwa 74 Dollar beflügeln.“ Im Vergleich zum jetzigen Stand wäre dies ein Plus von mehr als zehn Prozent. Auch Bank-of-America-Analyst Barcelo lobt: „Das Unternehmen investiert zurzeit in etwa 120 Projekte, also die Hälfte mehr als noch im Jahr 2001. Das verschafft ihnen einen Vorteil gegenüber vergleichbaren Konzernen.“

Gleichzeitig bewertet Leggate das Risiko für Investoren bei Exxon-Aktien als gering und liegt damit auf einer Linie mit mehreren Kollegen: „Wenn ein Wirschaftsabschwung kommt, dann wird Exxon erst recht zu einem Schlüsselspieler für die Anleger“, sagt auch Paul Sankey von der Deutschen Bank. „Der neue Geschäftsführer Rex Hillerson hat durchblicken lassen, dass der Bargeldbestand auch deshalb so hoch gehalten wird, damit Exxon dann zu niedrigeren Preisen ein paar wichtige Zukäufe machen kann.“

Bis dahin werde die Geschäftsleitung insbesondere das laufende Aktienrückkaufprogramm verstärken, erwarten mehrere Experten – und damit auch die kritischen Aktionäre versöhnen. Doug Leggate etwa schätzt, dass Exxon pro Quartal eigene Aktien im von Wert rund fünf Mrd. Dollar zurück in Unternehmensbesitz bringen wird.

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