Hoher Preisabschlag und angekündigte Dividendenpolitik machen Börsengang des Triebwerkherstellers attraktiv
MTU-Aktien ziehen Privatanleger an

Die deutschen Privatanleger sorgen beim Börsengang des Münchener Triebwerkherstellers MTU Aero Engines für eine Überraschung.

FRANKFURT/M. Bereits eine Woche nach dem Start der Zeichnungsfrist zeigen sie ein deutlich stärkeres Interesse als zunächst von den Banken erwartet. Wie es in Finanzkreisen heißt, kommen bereits jetzt deutlich mehr als ein Fünftel der Zeichnungsaufträge von Kleinanlegern. Der Vorstandschef von MTU, Udo Stark, hatte bei der Präsentation des Unternehmens in der vergangenen Woche optimistisch erklärt: „Wir würden uns freuen, wenn 20 Prozent der Emission an Private gingen.“

Offensichtlich locke die Kleinanleger der unerwartet hohe Preisabschlag gegenüber dem britischen Wettbewerber Rolls Royce, berichten Insider. Sie können Aktien in einer Spanne von 19 bis 22 Euro ordern. Außerdem komme die geplante Dividendenpolitik wohl gut an. MTU will künftig rund 40 Prozent des Nettoergebnisses an seine Anteilseigener ausschütten. Nach aktuellen Gewinnprognosen ergäbe sich eine Dividendenrendite von über vier Prozent. Zum Vergleich: Die zehnjährige Bundesanleihe rentiert mit knapp 3,29 Prozent.

MTU ist nach dem Biotechnologieunternehmen Paion, dem Bezahlsender Premiere und dem Solarunternehmen Conergy bereits der vierte deutsche Börsengang im laufenden Jahr. 2004 hatten insgesamt nur sechs Unternehmen den Sprung auf das Börsenparkett geschafft. Für das laufende Jahr rechnen die meisten Investmentbanker mit etwa einem Dutzend Neuemissionen.

Die Zeichnungsfrist für die Aktien von MTU läuft noch bis Freitag, den 3. Juni. Die Erstnotiz an der Frankfurter Börse ist für den 6. Juni geplant. Die Konsortialführung für den Börsengang liegt bei der Deutschen Bank, Goldman Sachs und UBS. Der Emissionserlös liegt zwischen 677,35 bis 784,30 Mill. Euro.

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