Aktien
HVB profitiert erneut von Gerüchten über Unicredito-Angebot

Die Aktien der Hypovereinsbank AG haben am Freitag erneut von dem Gerücht profitiert, die italienische Großbank Unicredito Italiano lege ein Übernahmeangebot für die HVB vor.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien der Hypovereinsbank AG haben am Freitag erneut von dem Gerücht profitiert, die italienische Großbank Unicredito Italiano lege ein Übernahmeangebot für die HVB vor. Mit einem Kursplus von knapp zwei Prozent zählten die Aktien am Vormittag zu den besonders gefragten Titeln an der deutschen Börse.

Mit rund 4,5 Mill. gehandelten Stück sei das Volumen "außergewöhnlich hoch für die erste Handelsstunde", sagte ein Händler. Neues gebe es seit dem Vortag zwar nicht, noch seien die Spekulationen aber auch nicht endgültig dementiert, hieß es an der Börse.

Bis 10.00 Uhr stieg der HVB-Kurs um 1,93 Prozent auf 20,56 Euro. Der Dax verharrte unterdessen mit plus 0,01 Prozent auf 4 436,86 Zählern nahezu auf Vortagessniveau. In Italien sank der Kurs der Unicredito Italiano SpA hingegen um 1,56 Prozent auf 4,105 Euro. Der Mib30-Index gab unterdessen 0,24 Prozent auf 31 774 Zähler nach.

"Die Fantasie, dass die HVB nun tatsächlich übernommen wird, treibt den Kurs", sagte ein Händler. "Die Investoren, die gestern wegen des Feiertages nicht gehandelt haben, ziehen jetzt nach. Auch all diejenigen, die bisher nicht in die HVB investiert haben, müssen jetzt nachkaufen." Zu beachten sei allerdings, dass der Kursgewinn einzig aus der erhofften Übernahme erwachse. "Wenn die Unicredito sich äußert und der HVB eine Absage erteilt, wird der Kurs sofort wieder unter 20 Euro fallen", sagte er.

Die Analysten der US-Bank Citigroup stehen einer Übernahme der HVB durch die Unicredito weiter skeptisch gegenüber. "Wir stufen eine Fusion der beiden Banken weiter als eine unwahrscheinliche und unattraktive Kombination ein", hieß es in einer Studie der Bank. Wegen der sich hartnäckig haltenden Übernahmespekulationen erhöhten die Citigroup-Experten dennoch ihr Kursziel für die HVB-Aktie von 14 auf 16 Euro, bestätigten aber die Einstufung "Sell".

Auch die Experten der Landesbank Rheinland Pfalz (LRP) bezweifeln, dass es zu einer Fusion kommt und raten zu Gewinnmitnahmen. "Wir halten eine solche Übernahme zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiterhin für verfrüht", hieß es in einer LRP-Studie. Strategisch würden die beiden Banken hinsichtlich ihrer Präsenz in Mittel- und Osteuropa gut zusammenpassen und dort zum Marktführer werden. Allerdings dürfte Unicredito kaum ein Interesse am Deutschland-Geschäft der HVB und dessen Kreditrisiken haben". Folglich begrenze sich das Interesse der Italiener primär auf die HVB-Tochter Bank Austria, die einzeln allerdings nicht zum Verkauf stehen dürfte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%