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HVB sieht europäische Aktien als Kaufgelegenheiten - Spitzer-Klage

Die Hypovereinsbank hält die Reaktion der Versicherer-Aktien auf schlechte Neuigkeiten aus den USA für "absolut übertrieben." Die aktuellen Preise vieler Versicherer-Aktien in Europa böten gute Kaufgelegenheiten, schrieb HVB-Analyst Lucio Di Geronimo am Freitag.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Hypovereinsbank hält die Reaktion der Versicherer-Aktien auf schlechte Neuigkeiten aus den USA für "absolut übertrieben." Die aktuellen Preise vieler Versicherer-Aktien in Europa böten gute Kaufgelegenheiten, schrieb HVB-Analyst Lucio Di Geronimo am Freitag. In Frankfurt sackten Titel der Münchener Rück als schwächster Dax-Wert bis Handelsschluss um 4,42 Prozent auf 73,80 Euro ab. Allianz-Aktien verloren 3,62 Prozent auf 80,98 Euro.

Der HVB-Experte schloss zwar nicht aus, dass der gegenwärtige Skandal in den Vereinigten Staaten künftig noch mehr Gesellschaften erfasse. "Aber selbst wenn einige der Unternehmen, die bisher noch nicht genannt wurden, ins Visier der Ermittler gerieten, halten wir die wirtschaftlichen Risiken für sehr begrenzt." Im schlimmsten Fall dürfte eine "sehr begrenzte" Geldstrafe verhängt werden.

Am Vorabend hatte der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer gemeldet, Klage gegen den größten US-Versicherungsmakler Marsh & Mclennan (M & M) und dessen Tochter Marsh Inc. eingereicht zu haben. Es geht um Zahlungen über "Kontingent-Kommissionen" von Versicherungen an Marsh, die über den normalen Verkaufskommissionen gelegen haben sollen. Im Gegenzug sollen Marsh und seine unabhängigen Makler Geschäfte an die Versicherer gesteuert und ihnen zugeteilt haben.

Die zur Münchener-Rück-Tochter American Re gehörende Munich American Riskpartners sowie die Versicherungen ACE Ltd. , AIG und Hartford wurden in der Klageschrift erwähnt, aber nicht angeklagt. Weitere Versicherer würden noch untersucht.

Der HVB-Experte rechnet damit, dass die Geschäftpraktiken bei der Zusammenarbeit von Versicherern und Broker demnächst strenger kontrolliert werden. Das könnte den Versicherern sogar zugute kommen, da der Wettbewerb unter Brokern beflügelt werde. "Derzeit sind M & M und AON die unbestrittenen Diktatoren des Markts."

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