Hype um General Motors Goldman Sachs rät zum Verkauf von GM-Aktien

Die renommierte Investmentbank Goldman Sachs empfiehlt GM-Aktionären, die Aktie des Autokonzerns zu verkaufen. Das hat gute Gründe – doch bei Tesla lagen die Banker mit einer Empfehlung zuletzt daneben.
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Ein reines Elektroauto des GM-Konzerns. Quelle: Reuters
Chevrolet Volt

Ein reines Elektroauto des GM-Konzerns.

(Foto: Reuters)

New YorkDie General-Motors-Aktie ist zuletzt gut gelaufen - vielleicht zu gut. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktie des Automobilherstellers auf „Verkaufen“ herabgesetzt. Die Analysten argumentieren, dass die General-Motors-Aktie zu viel vom Hype über Elektrofahrzeuge und selbstfahrende Autos profitiert habe.

Die Goldman-Analysten bestätigen, dass GM seine Strategie zur Produktion autonomer und elektrischer Autos gut vermarkte. Doch das habe in letzter Zeit zu einem großen und nicht nachhaltigen Anstieg des GM-Papiers geführt.

Obwohl die Aktien von GM nach dem Goldman-Rating am Montag um fast drei Prozent gefallen sind, ist die Aktie in diesem Jahr immer noch um 25 Prozent im Plus und befindet sich in der Nähe ihres höchsten Niveaus, seitdem das „neue“ General Motors nach einer Insolvenz im Jahr 2010 gestartet ist.

Der Markt für Elektroautos befindet sich in einem frühen Stadium. Der Hype könnte derzeit zu groß sein – und auch die Konkurrenz in dem Segment ist hart, denn es mischen Aufsteiger wie Tesla und traditionelle Konkurrenten wie Ford oder Toyota mit.

Diese Konzerne bauen die meisten Autos
Platz 10: Suzuki – weltweiter Absatz: 2,37 Millionen Autos
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Die Japaner sind vor allem auf dem indischen Markt stark vertreten. Mit einem Absatzplus von elf Prozent haben sie stärker zugelegt als die meisten Konkurrenten.

Quelle: EY, Stand: Januar bis Oktober 2017

Platz 9: PSA – weltweiter Absatz: 2,42 Millionen Autos
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Neben den drei Konzernmarken Peugeot, Citroën und DS ist seit wenigen Wochen auch Opel unter dem Dach der Franzosen. Global erreicht PSA dank des Zukaufs nun ein Plus von neun Prozent.

Platz 8: FCA (Fiat-Chrysler) – weltweiter Absatz: 3,49 Millionen Autos
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Das italienisch-amerikanische Duo (im Bild Arbeiter in Argentinien mit Staatspräsident Macri) hat mit der SUV-Marke Jeep und Maserati echte Perlen im Programm. Doch in wesentlichen Wachstumsmärkten ist der Konzern noch zu schwach aufgestellt. Durch die schwächelnden Verkäufe in den USA stagniert der globale Absatz.

Platz 7: Honda – weltweiter Absatz: 3,84 Millionen Autos
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Die Japaner sind vor allem im Heimatmarkt und in den USA erfolgreich. Mit einem globalen Plus von fünf Prozent beim Absatz waren sie in den ersten neun Monaten gut unterwegs.

Platz 6: Ford – weltweiter Absatz: 4,86 Millionen Autos
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Die Aktie schwächelte und auch der Absatz litt zuletzt – vor allem durch die schwierige Lage in den USA. Ford hat mit dem F-150 zwar einen absoluten Bestseller in der Modellpalette. Doch zuletzt gingen die globalen Verkäufe um zwei Prozent zurück.

Platz 5: Hyundai-Kia – Weltweiter Absatz: 5,36 Millionen Autos
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Die jahrelang erfolgsverwöhnten Koreaner haben miserable neun Monate hinter sich. Der Absatz bei Kia ist um sechs Prozent eingebrochen, bei Hyundai sogar um acht Prozent. Den Kampf um die Weltspitze müssen die beiden Schwestermarken vorerst zurückstellen.

Platz 4: General Motors – weltweiter Absatz: 7 Millionen Autos
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Die Amerikaner rund um CEO Mary Barra haben den Dreikampf um die Weltspitze lange verlassen. Aus Europa zieht sich der Konzern mit dem Verkauf von Opel zurück. Künftig gilt die Devise „Gewinn statt Volumen“. Der Absatz in den ersten neun Monaten sank um zwei Prozent.

Goldmans Analysten sind der Ansicht, dass die Kosten für Elektrofahrzeuge für viele Autofahrer zu hoch sein könnten, selbst wenn die Regulierungsbehörden gerne weniger Sprit verbrauchende Autos auf den Straßen hätten. Es sei denn, es gäbe mehr staatliche Subventionen und Anreize für die Käufer.

„Während wir davon ausgehen, dass es sich auszahlt, sich frühzeitig mit batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen zu beschäftigen, um schärferen Emissionsvorschriften zu entgegnen, gehen wir weiterhin davon aus, dass hohe Batteriekosten diese Fahrzeuge für Verbraucher unattraktiv machen“, schreiben die Branchenexperten.

Auch Tesla zum Verkauf empfohlen

Goldman Sachs ist auch skeptisch, was die Tesla-Aktie angeht – und das hat sich bislang als schlechte Einschätzung erwiesen. Die Investmentbank hat Tesla Ende Februar auf „Verkaufen“ herabgestuft. Seitdem hat das Papier 25 Prozent zugelegt.

Die Goldman-Analysten glauben zudem, dass GM auch zu viel Aufmerksamkeit für seine Pläne für selbstfahrende Autos erhält. Viele Investoren scheinen von der Vorstellung begeistert zu sein, dass es künftig Flotten selbstfahrender Autos als Mitfahrgelegenheiten geben wird. Doch solche Mitfahrmodelle seien derzeit generell unrentabel und der Konkurrenzkampf um dieses künftige Segment werde die Preise drücken und es noch schwerer machen, Gewinne zu erwirtschaften.

Zusätzlich zu der Bedrohung durch andere große Autohersteller, gilt der Taxidienst Uber als möglicher großer Spieler im Markt für selbstfahrende Autos – ebenso wie Waymo aus dem Google-Mutterkonzern Alphabet sowie Apple. Die Goldman-Analysten warnen vor einem „deflationären Umfeld“ auf diesem Markt.

Für GM drohe außerdem auf dem Markt für Pick-up-Trucks höherer Wettbewerbsdruck durch eine überarbeitete Variante der erfolgreichen Pick-up-Riehe F von Ford. Die Preise für SUV- und Crossover-Fahrzeuge könnten fallen, weil die gesamte Autobranche mehr von diesen größeren Fahrzeugen produzieren wolle.

Während Preiskämpfe Musik für die Ohren von Verbrauchern sein können, sind sie für Investoren selten erfolgsversprechend.

  • CNN
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