Hypo-Vereinsbank sieht dagegen noch Kurspotenzial
Analysten bewerten Metro zurückhaltend

Die Kommentare deutscher Handelsanalysten zur Aktie des Handelskonzerns Metro sind derzeit verhalten. Die allgemeine Schwäche des Einzelhandels gilt als Belastungsfaktor.

DÜSSELDORF. „Wir gehen davon aus, dass Metro im Gegensatz zu unserer bisherigen Erwartung nicht das obere Ende seiner Prognosen erreichen wird“, sagt beispielsweise Thomas Grillenberger von der Bayerischen Landesbank. „Insofern ist vorerst nicht mit einem positiven Newsflow zu rechnen.“

Als Haar in der Suppe betrachten viele Börsianer die schwache Konjunktur im deutschen Einzelhandel. Die heimischen Lebensmittelverkäufe sind in den ersten neun Monaten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um drei Prozent gesunken. An der Metro ist das nicht spurlos vorübergegangen. Sowohl die Extra-Verbrauchermärkte wie auch die Real-SB-Warenhäuser und Cash-and-Carry-Märkte büßten auf vergleichbarer Fläche Umsätze ein.

Wie die Bayerische Landesbank kann sich auch Helaba Trust lediglich zu der Empfehlung „Halten“ durchringen. „Mit Blick auf das im Branchenvergleich durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis erwarten wir keine signifikanten Kursbewegungen“, glaubt deren Analyst Michael Otto.

Doch Zweifel an der eher pessimistischen Einschätzung der Beobachter sind angebracht, zumal Metro die Hälfte der Erlöse inzwischen im Ausland erzielt – in erster Linie in den boomenden Märkten Osteuropas. Auch die Anleger ließen sich bisher von den Warnungen der Analysten wenig leiten. Im vergangenen Monat kletterte die Metro-Aktie mit 8,9 Prozent mehr als doppelt so stark wie der Dax.

Aus Sicht von Volker Bosse, der bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) den Handelskonzern beobachtet, hat dies einen guten Grund. Im Vergleich mit anderen international tätigen Handelskonzernen hält er Metro für deutlich unterbewertet. In einer umfangreichen Studie hat Bosse errechnet, welchen Wert jede einzelne Konzerntochter besitzt. Als Benchmark zog er dazu die Börsenbewertungen der jeweiligen Branchenwettbewerber hinzu – bei den Baumärkten etwa Home Depot, Hornbach und Kingfisher – und errechnete den Faktor zwischen deren Betriebsergebnis und dem Marktwert an der Börse.

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