Immobilienaktie
GSW nimmt zweiten Börsenanlauf

Die Berliner Wohnimmobilienfirma GSW schreckt auch vor den sinkenden Kurse nach den Katastrophenmeldungen aus Japan nicht zurück und wagt den Börsengang. Nun soll auch der Preis der Aktien feststehen.
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FrankfurtDas Wohnungsunternehmen GSW ist auf dem besten Wege den Börsengang im zweiten Anlauf zu schaffen. Die Berliner bietet 21,4 Millionen Aktien, davon 16,4 Millionen aus den Beständen der Gesellschafter an. GSW ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Finanzinvestors Cerberus und Fonds der Goldman-Sachs-Tochter Whitehall. Einschließlich einer Mehrzuteilung aus den Beständen der Geselslchafter rechnet die GSW mit einem Emissionserlös von 517 Millionen Euro, wovon 115 Millionen Euro auf die Kaptuialerhöhung entfallen würden. 

Die Aktien werden vom 1. bis zum 13. April in der Preisspanne von 19 bis 23 Euro zur Zeichnung angeboten. Erster Handelstag für die 2011 voll dividendenberechtigten Aktien werde der 15. April sein, teilte GSW mit. 

Die Gesellschaft will damit weiteres Wachstum finanzieren. So sollen in den folgenden zwei Jahren 5000 bis 6000 weitere Wohnungen in Berlin gekauft werden. 

Die GSW liefert sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der im MDax notierten Deutschen Wohnen (Deuwo) um den Platz als zweitgrößtes börsennotiertes Wohnungsunternehmen hinter der Gagfah. Die gleichfalls im MDax notierte Gagfah vermietet rund 160 000 Wohnungen, die Verfolger jeweils knapp 50.000.  

Im Mai vergangenen Jahres war der Börsengang der GSW an der durch Griechenland ausgelösten Schuldenkrise gescheitert. Potenzielle Investoren sprangen ab. Damals hatten die GSW-Eigner einen Emissionserlös von knapp 500 Millionen Euro für ihre Anteile angepeilt, was einem Börsenwert von 800 Millionen Euro entsprochen hätte. Die Preisspanne hatte bei 15 bis 18,50 Euro gelegen, was Analysten als zu hoch empfanden. 

Die GSW vermietet ausschließlich in Berlin rund 50.000 Wohnungen und will auch dort weiter wachsen.

Mit der Refinanzierung von Commercial Mortgage Backed Securities (CNBS) Mitte Februar hat die GSW vorabfür gute Stimmung für den Börsengang geschaffen. CMBS sind in einer Anleihe verbriefte Kredite, für die Unternehmensimmobilien als Sicherheit dienen. Statt der Anleihen stehen nun mehrere Bankkredite im Volumen von 875 Millionen Euro in den Büchern. Den durchschnittliche Zinssatz beträgt der GSW zufolge 4,18 Prozent. Bis 2016 stehe keine weitere wesentliche Refinanzierung von Schulden auf der Agenda hieß es dazu. 

Das Jahr 2009 hatte die GSW mit einem Nettogewinn von 172 Millionen Euro abgeschlossen, dabei aber von erheblichen Aufwertungen ihrer Wohnungsbestände profitiert. Die Ergebniszahlen für 2010 wurden noch nicht veröffentlicht.

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