Immobilienaktien
Gute Alternative für Wohnungskäufer

Die Angst vor Inflation treibt Anleger in Wohnimmobilien. Doch der Markt ist eng und die Gleichung "Immobilie = Inflationsschutz" geht längst nicht immer auf. Solide und dividendenstarke Immobilienaktien sind oft die bessere Alternative.
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DÜSSELDORF. Am Samstag wollen Andrea und Frank Möller noch einen letzten Versuch starten. Der 38-jährige Grafiker blättert frustriert durch ein Dutzend Annoncen aus dem Internet, die er ausgedruckt hat. Seit über einem Jahr versucht das Paar, eine Wohnung in Berlin zu kaufen. Doch das wollen derzeit viele. "Wir haben alles versucht", sagt Möller, "Internet, Anzeigenblättchen, Zwangsversteigerungen, Makler." Doch immer wieder werden sie überboten. "Drei Mal hatten wir uns schon mit dem Makler per Handschlag geeinigt", erzählt er. "Immer bekamen wir kurz darauf einen Anruf, ein anderer Käufer habe noch mal deutlich mehr geboten."

Deutschlands Wohnimmobilienmarkt ist aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. "Es könnten viel mehr hochwertige Eigentumswohnungen in den Ballungsräumen verkauft werden, als im Angebot sind", sagt Jürgen Schick vom Maklerverband IVD. Dabei geht es den meisten Käufern gar nicht um die eigenen vier Wände. "Es gibt eine gestiegene Nachfrage privater Kapitalanleger nach vermieteten Eigentumswohnungen und Mietshäusern, außerdem stark gestiegenes Interesse von reichen Familien und Fonds", sagt Schick.

Deutschland Kapitalanleger suchen im Betongold vor allem Schutz vor Inflation. Doch nicht immer sind Immobilien die Lösung. Nicht jeder will sein Vermögen komplett in ein Haus stecken. Immobilien sind wenig liquide: Wer einmal drin ist, kommt nur schwer wieder raus. Wertverluste an kaum gefragten Orten schrecken ebenso ab wie Ärger mit Mietern.

Ärger gibt es häufig auch mit geschlossenen Fonds, bei denen bis zu 20 Prozent der Anlagesumme für Verwaltung und Vertrieb draufgehen. Offene Immobilienfonds sind zwar liquider, investieren aber kaum in Wohnimmobilien - und sind längst nicht mehr die Witwen- und Waisenpapiere, als die sie jahrelang verkauft wurden.

Großinvestoren kommen

Eine Alternative sind Aktien von Immobiliengesellschaften. Anleger genießen einen gewissen Inflationsschutz und bleiben liquide, weil sie Aktien über die Börse verkaufen können. Wer die richtigen findet, kann mit wenig Kapital von Wertzuwachs und steigenden Mieten profitieren, in Deutschland und weltweit.

Der Trend zu höheren Immobilienpreisen in Ballungsräumen dürfte anhalten. So haben Versicherungen und Investoren, wie der 450 Milliarden Dollar schwere norwegische Pensionsfonds, angekündigt, künftig mehr in deutsche Wohnimmobilien zu investieren. "Ausländische Großinvestoren fliegen zwar nicht, wie 2004, mit dem Hubschrauber über Berlin und deuten mit dem Finger auf ganze Blocks, die sie kaufen wollen", sagt Kai Malte Klose, Immo- bilienaktienanalyst für die Berenberg Bank in London, "aber einzelne Fonds wie jüngst American Eagle aus den USA fragen wieder deutsche Wohnimmobilien nach."

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