Immobilienfirma
Prime Office will um jeden Preis an die Börse

Nach der kurzfristige Absage des Börsengangs von Prime Office folgt bereits am Mittwoch der nächste Versuch mit einem fast halbierten Emissionsvolumen.
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FrankfurtDie Büroimmobilienfirma Prime Office will um jeden Preis an die Börse. Nur eine Woche nach der überraschenden Absage des Initial Public Offering (IPO) wegen des volatilen Marktumfelds kündigte das Münchner
Unternehmen am Dienstag an, einen neuen Anlauf zu starten.

Das geschieht allerdings in deutlich abgespeckter Form und im Eilverfahren: Angeboten werden an diesem Mittwoch 34,5 Millionen Aktien für je 6,20 Euro. Im ersten Anlauf war für insgesamt 42 Millionen Papiere noch eine Preisspanne von 7,00 bis 9,50 Euro das Stück festgelegt worden. Das Emissionsvolumen würde sich dadurch fast halbieren auf nur noch 214 Millionen Euro. Der erste Handelstag soll bereits an diesem Freitag sein.

Die Ankündigung des Managements kommt überraschend. In der vergangenen Woche hatte Prime Office ausdrücklich mit der Griechenland-Krise argumentiert, die viele Investoren verunsichere und der Zeichnung neuer Aktien abhalte. Die Krise schwelt aber weiter: Das Votum des griechischen Parlaments über das Sparpaket steht in dieser Woche an und über die Beteiligung der privaten Gläubiger an einer Lösung für das hochverschuldete Land ist noch immer nicht endgültig entschieden.

Vorstandschef Claus Hermuth erklärte dazu lediglich: „Das positive Feedback aus den Investorengesprächen der vergangenen Wochen hat uns (...) gezeigt, dass grundsätzlich ein großes Interesse an der Prime Office AG, unserer Strategie und unseren Zukunftsaussichten besteht.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nutzniesser des Börsengangs ist die DCM AG, die beim Börsengang dicke Gebühren einstreicht. Herr Hermuth ist in Personalunion auch Vorstandsvorsitzender der DCM AG und hat hierdurch ein massives Interesse an einem Börsengang. Die Alteigentümer werden von Hermuth abgezockt und verlieren beim Börsengang über 60 % ihres eingesetzten Kapitals. Hermuth steht das Wasser scheinbar schon bis zum Hals, da er dringend zum 30.06. frisches Kapital auftreiben muß, wie die Risikenbetrachtung des Börsenprospektes zeigt. Im Aufsichtsrat der Prime Office AG sitzen u.a. Roland Berger (Vorsitz) und Kurt Faltlhauser, der schon beim denkwürdigen Kauf der Hypo Alpe Adria dabei war und schauen dem Treiben scheinbar tatenlos zu. Ein typisches Geschäft unter bayerischen Spetzeln, bei dem die Alt-Anleger über den Tisch gezogen werden. Seit drei Jahren wird schon keine Dividende mehr gezahlt. Da können sich die neuen Aktionäre ja in der Zukunft auf spannende Hauptversammlungen freuen....

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