Immobilienverwalter Corestate
Ralph Winter bringt noch mehr Beton an die Börse

Die Liste von Immobiliengesellschaften an der Börse wird immer kleiner. Doch jetzt wagt der „Dieter Bohlen der Finanzinvestoren“ den Sprung aufs Parkett: Mit Aktien seiner Corestate will er 100 Millionen Euro einsammeln.

DüsseldorfDer Zettel mit börsennotierten Immobiliengesellschaften soll kürzer werden: Alstria schluckt Deutsche Office, Deutsche Wohnen die LEG, Fair Value schließt sich mit Demire zusammen. Damit fallen drei weg, aber jetzt kommt eine nach: Corestate. Ralph Winter, der Mann hinter Corestate – in der Branche bekannt als „Dieter Bohlen der Finanzinvestoren“ –, bringt den von ihm gegründeten Schweizer Immobilienvermögensverwalter an die Börse. 100 Millionen Euro will die Gesellschaft nach einer Kapitalerhöhung damit einspielen.

Darüber hinaus wollen einige Altaktionäre Kasse machen und damit den Streubesitz über 50 Prozent hieven. Winter und Mitgründer Thomas Landschreiber halten 64,2 beziehungsweise 6,7 Prozent der Anteile der Gesellschaft. Ein weiteres 28,1 Prozent großes Paket hält die börsennotierte Schweizer Immobiliengesellschaft Intershop. Die Aktien sollen an der Frankfurter Börse notiert werden.

Mit dem frischen Geld will Winter am Immobilieninvestmentmarkt weiter Gas geben. Außerdem soll die höhere Eigenkapitalausstattung es erleichtern, Kaufgelegenheiten wahrzunehmen, in dem die Objekte zunächst auf die eigene Bilanz gekauft werden, bevor Großanleger dafür Geld geben. Seit der Gründung im Jahr 2006 realisierten die Schweizer Transaktionen im Volumen von fünf Milliarden Euro, davon allein eine Milliarde im vergangenen Jahr, primär in Deutschland.

Aktuell verwaltet Corestate Wohn- und Gewerbeimmobilien im Wert von 1,4 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz sei von 2012 bis 2014 jährlich um 42 Prozent gestiegen, der Konzernjahresüberschuss habe sich um das 2,3-fache erhöht, meldet die Gesellschaft. Für 2014 wird ein operativer Gewinn (Funds from Operations, abgekürzt FFO) von 14,6 Millionen Euro genannt. Es wird eine Dividende von 60 bis 70 Prozent des FFO in Aussicht gestellt.

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