Impulse durch Einzelhandel erwartet
Jahresend-Rally an der Wall Street erwartet

Analysten hoffen nach den Kursgewinnen der vorigen Woche an der Wall Street mit positiven Impulsen aus dem Einzelhandel durch das beginnende Vorweihnachtsgeschäft.

HB NEW YORK. Die Stimmung könnte jedoch durch den weiter sehr hohen Ölpreis gründlich verdorben werden, warnten einige Händler. Zudem könnten die Anleger zu dem Schluss kommen, dass der Markt überkauft sei und deshalb vorsichtshalber Positionen auflösen. Zum Wochenausklang dürfte die Umsatztätigkeit wegen des Feiertages "Veterans Day" am Freitag deutlich nachlassen. Die vorige Woche hatte der Dow-Jones-Index der Standardwerte mit einem Plus von 1,23 % abgeschlossen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 1,8 % und der Index der Technologiebörse Nasdaq sogar 3,8 %.

Die Mehrheit der Analysten sieht derzeit den Weg für eine traditionelle Jahresend-Rally frei. Die Anleger könnten nun erst einmal durchatmen, nachdem die US-Notenbank (Fed) vergangene Woche erwartungsgemäß ihren Leitzins zum zwölften Mal in Folge um wieder 25 Basispunkte auf nun vier Prozent erhöht und weitere maßvolle Anhebungen angekündigt hat, sagten Analysten. Zudem stünden nur wenige Konjunkturdaten an und die meisten Quartalsergebnisse seien bereits veröffentlicht. "Der November hat viel besser begonnen als üblich. Das Geld fließt in Wachstumswerte und ich denke, die Anleger sehen die Marktentwicklung ziemlich positiv", sagte Evan Olsen von der Stephens Inc.

Die Hoffnungen der Investoren stützen sich den Analysten zufolge auf die überraschend guten Ergebnisse der US-Einzelhändler im Oktober. "Ich glaube wir sind auf Kurs für eine Rally und dass wir von jetzt bis zum Jahresende die stärksten Gewinne erzielen werden", sagte Joseph S. Kalinowski von JSK Capital Partners mit Blick auf die unerwartet hohen Einzelhandelsumsätze im vorigen Monat. Marc Pado, Marktstratege bei Cantor Fitzgerald, gab sich zurückhaltender: "Es kommt darauf an, wie die Geschäfte vor Weihnachten laufen. Ich erwarte eine positive nächste Woche, aber nicht so stark wie die vorige".

Einige Analysten wollten dagegen nicht ausschließen, dass die Verbraucher ihre Weihnachtseinkäufe wegen der hohen Energiepreise einschränken. Der Preis für ein Barrel schwefelarmes US-Öl bewegte sich vor dem Wochenende wieder über 60 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) und US-Politiker hatten gewarnt, die US-Verbraucher müssten sich auf hohe Heizkosten einstellen. "Es hat eine Menge Hoffnungen auf eine Trendwende bei den Ölpreisen gegeben", sagte Stephen Massocca von Pacific Growth Equities.

Eine mehr technisch orientierte Woche erwartet dagegen Bill Sutherland von Boenning & Scattergood. "Die Anleger könnten sich darauf konzentrieren, dass der Markt eventuell etwas überkauft ist, insbesondere nach dem kräftigen Aufschwung an der Nasdaq", sagte er.

Die meisten Konjunkturdaten in dieser Woche stehen am Donnerstag mit den US-Außenhandelszahlen, den Importpreisen und der Verbraucherstimmung der Universität Michigan an. Zudem wollen noch einige Börsenschwergewichte ihre Quartalszahlen vorlegen, wie der weltgrößte Internet-Ausrüster Cisco Systems, der Branchenprimus unter den Computerherstellern Dell und der Mediengigant News Corp.

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