In Europa
Telekom-Aktien profitieren von Fusionsphantasien

Der Übernahmephantasie hat nun auch die Telekombranche erreicht: Nachdem der führende US-Telekom-Konzern AT&T und die mexikanische Armerica Movil größere Aktienpakete an der Telecom Italia kaufen wollen, steigen auch die Kurse der europäischen Branchenwerte. Aus fundamentaler Sicht bleiben Analysten – auch was die Aussichten der Deutschen Telekom angeht.

DÜSSELDORF. Der führende US-Telekom-Konzern AT&T und die mexikanische America Movil wollen sich Zugriff auf Telecom Italia verschaffen. Die beiden Firmen planen, für insgesamt rund fünf Milliarden Euro den größten Telecom-Italia-Aktionär Olimpia unter ihre Kontrolle zu bringen. In diesem Zuge stiegen die Aktie der italienischen Telekom-Firma um elf Prozent auf 2,38 Euro. Die Regierung könnte nach Ansicht von Branchenexperten nun heimische Banken zu einem höheren Gegenangebot animieren, um zu verhindern, dass der ehemalige Monopolist in ausländische Hände fällt.

Ein Deal könnte für den italienischen Marktführer richtungweisend sein, der hierzulande mit seiner Tochter Hansenet und deren Marke „Alice“ vertreten ist. Europas Branchenfünfter traf im vergangenen Jahr mit seinen Restrukturierungsplänen auf erbitterten Widerstand der italienischen Regierung - seither ist das verschuldete Unternehmen aktiv auf Partnersuche.

Auch Deutsche Telekom profitieren von der neuen Konsolidierungsfantasie im europäischen Telekom-Sektor. Weitere Private-Equity- und Konkurrenzgesellschaften könnte sich bald bei Deutsche Telekom einkaufen, so die Vermutung. Deutsche-Telekom-Aktien steigen um 2,3 Prozent auf 12,67 Euro und führen damit die Gewinnerliste im Dax 30 an. An dem deutschen Unternehmen ist die US-Investmentgesellschaft mit 4,5 Prozent beteiligt. Die Aktien der France Telecom steigen um 2,4 Prozent auf 20,23 Euro.

Dabei zählen Telekom-Aktien nicht gerade zu den Lieblings-Titeln der Analysten. Von den 23 Einstufungen für die Deutsche Telekom seit Oktober 2006 im Handelsblatt-Analystencheck (www.handelsblatt.com/analystencheck)

sind 16 „Halten“. Den zwei Kauf-Empfehlung stehen fünf Verkauf-Einstufungen gegenüber. So hat noch am vergangenen Mittwoch die US-Bank Bear Stearns die Aktie der Deutschen Telekom von "Outperform" auf "Peer Perform" gesenkt. Der Ausblick für das Mobiltelefongeschäft in Großbritannien und für das deutsche Festnetzgeschäft habe sich verschlechtert, schreibt Analyst Jonathan Dann in einer Studie. Zwar sei das Unternehmen mit dem aktuellen Kursniveau attraktiv bewertet, allerdings müsse die Telekom erst den Beweis eines operativen Turnarounds erbringen.

Und HSBC Trinkaus. hat die Aktien der Deutschen Telekom mit "Underweight" und einem Kursziel von 11 Euro bestätigt. Die sinkenden Margen drückten auf die Gewinnlage, schrieben die Analysten in einer Studie vom Dienstag. Eine dritte Gewinnwarnung sei nicht ausgeschlossen. Das Kursziel von 18 Analysten beträgt 13,32 – nur geringfügig höher als der aktuelle Kurs.

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