Index zeigt deutliche Schwächsignale
Charttechniker: Dax rutscht noch tiefer

Die Marke von 3 300 Punkten für den Dax haben Charttechniker bereits abgehakt. Sie erwarten in den kommenden Tagen eine Fortsetzung der Konsolidierungsphase am deutschen Aktienmarkt.

HB FRANKFURT. Die Überkauftheit sei nun schon seit mehreren Tagen in einer Seitwärtsbewegung abgebaut worden, so Marc Müller von der DZ-Bank. Dadurch werde das grundsätzlich negative Trendmuster bestätigt. Zudem schrumpfe damit das Erholungspotenzial zunehmend zusammen, fügt Marcel Mußler hinzu. Dass der Index nun schon seit mehreren Tagen nicht mehr steigen konnte, ist laut Müller ein deutliches Schwächesignal.

Seiner Meinung nach droht dem Dax mit dem nachhaltigen Unterschreiten der Unterstützung bei 3 300 Stellen über mehrere Zwischenstationen ein möglicher Abstieg bis auf das Niveau der 200-Tage-Durchschnittslinie bei rund 3 000 Punkten. Dass die Marke von 3 300 nicht halten wird ist für Heinz Stork vom Bankhaus Nols fast ausgemachte Sache. Nach dem deutlichen Anstieg des Dax von über 60 Prozent seit März diesen Jahres sieht der Charttechniker weiteren Konsolidierungsbedarf. Als nächste wahrscheinliche Unterstützung biete sich das Level um 3 200 Stellen an. Mit einem Durchbruch dieser Marke dürfte es dann bis zur 38,2-Prozent-Fibonacci-Retracement-Linie bei 3 108 Punkten gehen.

Hier sieht Stork allerdings die Chance auf ein Ende der Abwärtsbewegung. Sollte dieses Niveau halten, bestünde zumindest charttechnisch betrachtet die Möglichkeit, an alte Jahreshochs wieder anzuschließen. Vom aktuellen Niveau aus betrachtet seien auch durchaus technische Gegenbewegungen nach oben denkbar. Diese dürften allerdings nicht nachhaltig ausfallen. Zudem spreche fundamental der rasante Anstieg des Euro gegen eine weitreichendere Gegenbewegung. Nach Einschätzung von Stork und Mußler ist das Aufwärtspotenzial bis auf etwa 3 360 Punkte begrenzt.

Müller will eine Erholung über dieses Niveau hinaus bis auf 3 430 oder gar 3 480 Zähler unter der Voraussetzung freundlicher Vorgaben aus den USA nicht ausschließen. Allerdings dürften sich mögliche Erholungen im S&P-500-Index bis auf 1 030 Punkte ebenfalls als kurzlebig erweisen. Mit Blick auf Einzeltitel oder Branchen sieht der Charttechniker momentan keine Aktie, in der Anleger long positioniert sein sollten. Sein Kollege Stork differenziert etwas stärker. Insbesonde dollarsensitive Titel sollten auch in den nächsten Tagen unter Druck bleiben. Konservativere Werte könnten dagegen von Umschichtungen profitieren. Allerdings, schränkt Stork ein, bleibe keine Aktie bei stärkeren Korrekturen unverschont.

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