Indiens führendes IT-Unternehmen gibt ein positives Signal für den gebeutelten Aktienmarkt des Landes
Softwarehaus Tata wagt Börsengang

Nach jahrelangem Zögern wagt sich Indiens führendes Softwarehaus Tata Consultancy Services (TCS) an die Börse. TCS will mit der Platzierung von 11,6 Prozent der Anteile bis zu 50 Mrd. Rupien (1,1 Mrd. Dollar) aufnehmen. Nur bei der Privatisierung von Staatskonzernen gab es in Indien bisher höhere Emissionsvolumina.

NEU DELHI. Als nicht-gelistete 90-Prozent- Tochter der Tata-Gruppe, des zweitgrößten Familienkonzerns des Landes, war es um TCS bislang deutlich ruhiger als um seine Konkurrenten. Dabei ist TCS nicht nur Indiens ältester IT-Dienstleister, sondern auch sein umsatzstärkster. Die magische Schwelle von einer Milliarde Dollar Einnahmen, die die Konkurrenten Infosys und Wipro dieses Jahr erreichten, hat TCS bereits ein Jahr zuvor überschritten. Mit dem Gang an den Kapitalmarkt tritt der stille Riese unter Indiens IT-Firmen nun aus dem Schatten seiner international bekannteren Wettbewerber. Die Stärkung des Markennamens nennt das Management entsprechend als einen Grund für den Börsengang. Folgerichtig strebt TCS in einem zweiten Schritt auch eine Notierung im Ausland an.

Die Familienholding Tata Sons dürstet aber auch seit langem danach, mit TCS den wertvollsten Teil ihres Tafelsilbers zu Geld zu machen. Während des IT-Booms der 90er-Jahre hatte sie die Chance auf himmelhohe Bewertungen verpasst. „Wir wollen die Bilanz von Tata Sons restrukturieren,“ sagt Ratan Tata, Chairman der Tata-Gruppe. „Die Einnahmen aus dem Börsengang werden wir zur Erhöhung unserer Anteile in verschiedenen Töchtern der Gruppe nutzen.“ Finanzdirektor Ishaat Hussein kündigt außerdem an: „Mit einem Teil des Geldes wird Tata Sons Kredite mit hohen Zinsen tilgen.“

Dass sich das Management jetzt an den Kapitalmarkt wagt, ist ein Vertrauensbeweis für die in diesem Jahr schwer gebeutelte indische Börse. Dort stehen die Kurse seit einem Regierung im April unter Druck. Weil 90 Prozent der Aufträge aus dem Ausland kommen, ist TCS aber unabhängig von der Lokalpolitik. Nilseh Shah, Fondsmanager bei Prudential ICICI steht dem Börsengang positiv gegenüber: „Die Qualität des Managements und seine Größe machen TCS zu einer von Indiens besten IT-Firmen.“

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