Indikatoren sind uneinheitlich
Technische Analysten warten auf neue Signale

Die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes auf Wochensicht lässt sich nach Ansicht technischer Analysten derzeit nur schwer prognostizieren. Der Markt stehe vor einer Entscheidung, ob die Gewinne der Vorwoche weiter ausgebaut werden oder zunächst eine Konsolidierungsphase eingeleitet wird. Welche Richtung der Dax letztlich einschlägt, lasse sich erst beantworten, wenn die entscheidenden Marken durchbrochen werden.

HB FRANKFURT. „Die Indikatoren sind uneinheitlich und geben keine klaren Signale“, merkt Klaus Tafferner von Concord Effekten an. Der weiterhin feste Dollar unterstütze einerseits das Szenario eines steigenden Aktienmarktes, während andererseits die US-Märkte nicht so recht in die Gänge kämen und damit der nötige Rückenwind der Wall Street fehle. Von daher bleibe abzuwarten, wie sich der Dax in den kommenden Tagen entwickelt. Ein erstes Warnsignal wäre für Tafferner ein Unterschreiten der Marke von 3 462 Punkten.

Sollte es dazu kommen, gewinne eine Konsolidierung, die bis 3 309 Punkte nach unten führen könnte, an Wahrscheinlichkeit. Hier liege der Startpunkt der letzten Aufwärtsbewegung seit dem 7. August. Auf der anderen Seite würde ein Überschreiten der bisherigen Jahreshochs Spielraum bis in Bereich von 3 869 bis 3 925 Punkten eröffnen.

Ähnlich äußern sich die technischen Analysten der Landesbank Baden-Württemberg. Für sie ist die entscheidende Marke bei 3 500 angesiedelt, wo der kurze Aufwärtstrend seit Anfang August verläuft. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke könnte schnell zu einer Konsolidierung bis in den Bereich von 3 399 bis 3 405 Punkten führen. Sollte auch diese Zone unterschritten werden, rücke die Marke von 3.299 Zählern in den Blickpunkt.

So weit müsse es allerdings nicht kommen, meinen die Analysten. Die Indikatoren deuteten zwar eine überkaufte Marktlage an, aber es sei nicht ausgeschlossen, dass der Dax noch einmal die Kraft für eine Aufwärtsbewgung findet, die zu einer Topbildung bei 3 645 bis 3 655 Zählern führen könnte. Voraussetzung hierfür sei jedoch, dass das bisherige Jahreshoch herausgenommen wird.

Kopfzerbrechen bereiten den befragten Analysten die niedrigen Umsätze. „Das geringe Volumen verunsichert“, merkt beispielsweise Albert Keuch von Helaba an. Zudem sorge der bevorstehende, fast schon traditionell schwache „Korrekturmonat“ September für Zurückhaltung. Auch diese Faktoren seien Ursachen für die derzeitige Unentschiedenheit der Märkte. Eine Trendwende sei indes nicht in Sicht, sind sich die von vwd befragten Analysten einig. Es bestehe noch erheblicher Spielraum für eine Korrektur, ohne dass sich an der bullishen Perspektive etwas ändere. „Erst bei Unterschreiten der Marke von 3



299 Punkten würde der Aufwärtstrend in Frage gestellt“, betont Thorben Geise von der WGZ-Bank.

Auch die anhaltende Skepsis der Marktteilnehmer spreche gegen eine Trendwende, merken die technischen Analysten der Bayerischen Landesbank an. An der sogenannten Put/Call-Ratio, dem Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen lasse sich die verhaltende Stimmung am deutschen Aktienmarkt ablesen. Von dieser Seite sei Anfang August sogar ein Kaufsignal erfolgt, was den Aktienmarkt stützen sollte. „Erweist sich die alte Börsenregel 'eine Hausse wird in der Depression geboren und stirbt in der Euphorie' auch diesmal als richtig, dann hat der Dax noch immer Luft nach oben“, stellt Hans-Peter Reichhuber von der Bayerischen Landfesbank fest.

Somit sei die laufende Konsolidierung nicht überzubewerten, sondern stelle eine wünschenswerte Pause dar, meint auch Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe. „Lieber noch einmal ein paar Tage eine eher langweilige Konsolidierung als echten Trendwendestress zum jetzigen Zeitpunkt“, lautet denn das Fazit von Mußler für die kommenden Tage.

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