Infineon
Qimonda-Börsengang rückt näher

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Wenn die Pläne von Infineon-Chef Wolfgang Ziebart aufgehen, wird seine Speicher-Sparte unter dem Kunstnamen Qimonda ab August in New York an die Börse gelistet sein.

MÜNCHEN / FRANKFURT. Sowohl Branchen- als auch Finanzkreise rechnen damit, dass Qimonda ab der ersten Augusthälfte in New York an die Börse gelistet sein wird. Klar ist bis jetzt aber nur: Infineon wird auf jeden Fall die Quartalszahlen am 21. Juli abwarten. Damit kann der Konzern zeigen, dass die Sparte gesund ist.

Der Börsengang selbst umfasst nach aktuellem Stand eine Kapitalerhöhung sowie den Verkauf von Anteilen durch Infineon. Der jeweilige Umfang beider Anteile wird derzeit verhandelt. Insgesamt soll das Emissionsvolumen bei rund einer Milliarde Euro liegen, erwarten Investmentbanker. Konsortialbanken sind die Citigroup, J.P. Morgan und Credit Suisse.

Vorstandschef Ziebart hat in der Vergangenheit mehrmals betont, dass der Konzern zunächst die Mehrheit an Qimonda halten werde. „Andernfalls wäre die Emission wohl nicht zu platzieren“, sagt Konrad Bösl, Emissionsberater bei Schlecht & Partner in München. Nach einer entsprechenden Haltefrist werde die Mutter aber schnell weitere Anteile abgeben, glaubt er.

Infineon trennt sich von seiner Speichersparte, weil sich die Firma auf das stabilere Geschäft mit so genannten Logik-Chips konzentrieren will. Diese Halbleiter werden vor allem in Mobiltelefone oder Autos eingebaut. Qimonda – das englisch-italienische Wortspiel aus „key“ und „monda“ steht für „Schlüssel zur Welt“ – produziert dagegen so genannte Dram-Chips, wie sie speziell bei Computern verwendet werden. Dieses Geschäft ist stark schwankend. Deshalb ist die Sparte in der Vergangenheit immer wieder in die roten Zahlen gerutscht.

Für einen Erfolg der Qimonda-Emission sprechen mehrere Gründe: Zum einen sieht das Branchenumfeld derzeit gut aus. Weil viele Anbieter ihre Produktion auf so genannte Flash-Chips umgestellt haben, reicht das Angebot an Drams nicht aus. Dies sorgt nach Angaben der Marktbeobachter von Dram-Exchange dafür, dass die Preise mindestens bis September auf gegenwärtig hohem Niveau bleiben. Reinrassige Speicheranbieter werden an der Börse höher bewertet als breit aufgestellte Unternehmen wie Infineon.

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