Informationen zu nicht-finanziellen Bereichen gefordert
Aktionäre verlangen umfassende Analyse

Die Deutsche Bank, Dresdner Kleinwort Wasserstein und die West LB erhalten von einer Gruppe führender institutioneller Investoren mehr Aufträge, weil sie bei der Aktienanalyse zusätzlich zu den klassischen Kennzahlen nicht-finanzielle Faktoren berücksichtigen. Daneben werden Goldman Sachs, HSBC, Morgan Stanley und UBS bevorzugt ausgewählt.

BERLIN. Die europäische Investorengruppe, die sich unter dem Namen „Enhanced Analytics Initiative“ (EAI) zusammengeschlossen hat, will durch finanzielle Anreize ein umfassendes Aktienresearch fördern. Sie fordert dazu neben der reinen Finanzanalyse auch Informationen und Bewertungen zu Unternehmens- und Mitarbeiterführung, Umweltaspekten und Wertschöpfung und -zerstörung durch Fusionen und Übernahmen. Diese können die langfristige Unternehmensbeurteilung und letztlich den Aktienkurs beeinflussen.

An der EAI beteiligen sich Vermögensverwalter, Pensionsfonds und Stiftungen mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 376 Mrd. Euro. Darunter sind die französische BNP Paribas Asset Management, die niederländische SNS Asset Management sowie die zur Allianz gehörenden Institute Deutscher Investment Trust (Dit), Dresdner Bank Investment Management (DBI), die britische RCM und die französische AGF Asset Management, ferner der niederländische Pensionsfonds PGGM – einer der größten der Welt – und der britische USS. Weitere Investoren sollen in Kürze hinzu kommen.

Halbjährlich sucht die EAI ihre Top-Broker neu aus, so dass ein Wettbewerb entsteht. Die Investoren wollen dadurch einen Schneeballeffekt erreichen, denn die Gewinner bekommen von den EAI-Mitgliedern mindestens fünf Prozent von deren für Transaktionen geplantes Provisionsbudget. Das entspricht insgesamt bis zu 5 Mill. Euro. Das Interesse unter den Brokern ist groß, wie 21 Bewerbungen zeigen.

Die EAI will Broker dazu bringen, systematischer vorzugehen. „Der bisherige Ad-hoc-Ansatz vieler Broker führte zu einer bunt zusammen gewürfelten Abdeckung unterschiedlicher nicht-finanzieller Aspekte, Bereiche und Unternehmen“, berichtet Peter Moon, USS-Investment-Chef. Bisher lag der Fokus wegen des Klimawandels auf Versorgern, Versicherungs-, Energie- und Autobranche sowie wegen Medikamentenproblemen auf der Pharmaindustrie. Vernachlässigt wurden dagegen Aspekte wie Mitarbeiter- und Wissensmanagement sowie Risiken der Beschaffungskette, insbesondere in Entwicklungsländern – eine Gefahr für Reputation und Markenwert, warnt die EAI.

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