Insider-Barometer
Familiendynastien kaufen wieder Aktien

Insider steigen bei Heidelberg Cement und beim Windkraft-Unternehmen Nordex ein.
  • 4

FRANKFURT. Etliche große deutsche Unternehmerdynastien sind während der Finanzkrise ins Gerede gekommen. Strategische Fehlentscheidungen wegen überkommener Strukturen habe sie um einen Gutteil ihres Vermögens gebracht, hieß es. Eher unauffällig und in kleinen Schritten kehren sie inzwischen an den Markt zurück. Das beweisen die jüngsten Daten, die sie an die Börsenaufsicht Bafin gemeldet haben. Als Aufsichtsräte verfügen sie schließlich über Insiderkenntnisse.

Über Beteiligungsgesellschaften haben die Familien Merckle und Klatten in den vergangenen Wochen ihre Anteile an Firmen, an denen ihnen bereits Teile gehören, aufgestockt. Merckle ist über die Kötitzer Ledertuch - und Wachstuch-Werke mit knapp zehn Mio. Euro bei Heidelberg Cement eingestiegen. Fast für den gleichen Betrag hat er Mitte August bereits Aktien des Baustoffkonzerns gekauft.

Familie Klatten hat über die Beteiligungsgesellschaft Ventus Venture ihren Anteil am Windkraftunternehmen Nordex ausgebaut. "Auch wenn der Energiemarkt momentan sehr politisch beeinflusst ist, so sollten die weiteren Aussichten des Unternehmens langfristig von den Energieentwicklungen weltweit profitieren", sagt Simon Bölinger von Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam).

Das Insider-Barometer, das sein Haus gemeinsam mit Commerzbank Wealth Manager alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt berechnet, notierte zuletzt bei 131 Punkten. Damit ist es zur vorherigen Erhebung um einige Zähler gestiegen. Einen Einbruch, wie ihn manche an den Börsen nach den Verlusten im August befüchtet hatten, sehen weder die Top-Manager noch die beteiligten Familien. Stattdessen haben sie die Phase niedrigerer Kurse genutzt und ihre Bestände aufgestockt.

Familien nutzen günstige Kurse

Bestes Beispiel dafür ist Heidelberg Cement. Die Aktie hatte in den vergangenen Wochen wegen Konjunkturängste und schlechter Nachrichten von Konkurrenten deutlich verloren. Die beiden Großorders gab es zu Kursen von 34,68 Euro und 32,01 Euro. Inzwischen notiert die Aktie bei über 35,50 Euro. Levon Babalyan vom Bankhaus Cheuvreux hält sogar einen Kurs von 50 Euro für möglich, das jedoch erst, wenn Investoren an eine Erholung glauben.

Günstig zugegriffen hat auch Quandt-Erbin Susanne Klatten, die Ende August just zu dem Zeitpunkt ihren Anteil bei Nordex aufgestockt hat, als die Aktie nach einen Rutsch um fast 15 Prozent an ihrem Wendepunkt angekommen war. Mehrere Kaufaufträge gab es, alle auf einem Niveau von etwa sieben Euro. Mittlerweile notiert die Nordex-Aktie wieder bei knapp 7,70 Euro.

Kommentare zu " Insider-Barometer: Familiendynastien kaufen wieder Aktien"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Test

  • Geistige Enteignung - beim Lesen ihres beitrages scheint mir ihr Name für Sie zutreffend. ich empfinde eher Mitleid mit soviel geistiger Enteignung durch 40 Jahre DDR. Und sie befinden sich in guter Gesellschaft!

  • Susanne Klatten als COVERGiRL - die Geschichte der
    Quandts ist bekannt. Susanne selbst war immer ein
    hervorragender RAiDER - in jeder beziehung!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%