Insider-Barometer
Firmenlenker steigen aus

Deutschlands Top-Manager erweisen sich ein weiteres Mal als Kontraindikator zu den aktuellen Marktentwicklungen. Seit die breite Masse wieder an der Börse investiert, schwenken Top-Manager um und verkaufen Aktien. Analysten geben ihnen recht.

FRANKFURT. Seitdem die Börsenkurse in den vergangenen Wochen teils kräftig zugelegt haben, wechseln sie mehr und mehr auf die Verkaufsseite. Noch im Februar und März - in der größten Schwächephase an den Börsen - gab es in den 160 Unternehmen aus Dax, MDax, TecDax und SDax wochenweise überhaupt keinen Verkauf.

"Hier ist inzwischen ein antizyklisches Investment deutlich zu erkennen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist weiter deutlich gefallen. Die jetzt erreichten 133 Punkte zeigte es zuletzt Anfang August 2007, also unmittelbar nachdem zum ersten Mal der damals noch völlig unbekannte Begriff "Subprime" aus den USA nach Europa schwappte. Zwar zeigt es nach wie eine überdurchschnittliche Kaufneigung. Das aber nur, weil in die Berechnung rollierend Käufe und Verkäufe der vergangenen drei Monate eingehen.

Seit August 2007 haben viele Unternehmensinsider die fallenden Kurse zum vermeintlich günstigen Einstieg genutzt. Viele waren zu früh dran und haben die erst ein Jahr später in ihren extremsten Ausläufern auftretende Wirtschafts- und Finanzkrise nicht kommen sehen. Wohl auch, weil sie zu sehr auf ihre eigenen Unternehmen blickten, die sich damals noch überraschend robust zeigten. Erstaunlich ist zudem, dass die Top-Manager ihren Optimismus die gesamte Krise über durchhielten. Selbst bei den schlimmsten Einbrüchen verloren sie nicht die Nerven.

Diese Einstellung kommt denjenigen, die durchgehalten haben, jetzt zugute. Speziell die Top-Manager der Deutschen Bank fielen in den vergangenen Wochen des öfteren mit Verkäufen auf. Kein Wunder, hat sich doch die Aktie seit ihren Tiefständen Anfang März bei weniger als 17 Euro auf mittlerweile 47,50 Euro am Freitag entwickelt. Der Großteil der Verkäufe der vergangenen beiden Wochen über insgesamt fast 3,7 Mio. Euro geht auf das Konto von Pierre de Weck, Chef des Private Wealth Managements, also des Geschäfts mit der betuchten Privatkundschaft.

Seite 1:

Firmenlenker steigen aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%