Insider-Barometer
Insider-Barometer: Abwärtstrend gestoppt

Deutsche Top-Manager bleiben auf hohem Niveau zuversichtlich für die Aussichten der Aktien ihrer Unternehmen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Handelsblatt-Insider-Barometers, das seinen seit fünf Wochen anhaltenden Abwärtstrend zunächst gestoppt hat.

DÜSSELDORF. Das Insider-Barometer hat seinen Abwärtstrend beendet und ist im Vergleich zur Vorwoche um fast drei Punkte gestiegen. Berücksichtigt wurden in der Analyse alle von der BaFin bis 28.Mai eingetragenen Transaktionen. Aktuell notiert der Index, der vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet wird, bei 181,24 Punkten und damit auch wieder leicht über dem Niveau von vor zwei Wochen. Gleichzeitig notiert das Barometer aber auch 30 Punkte unter seinem Allzeithoch von Mitte April.

"Die Kauftransaktionen übersteigen die Verkauftransaktionen zahlen- und volumenmäßig deutlich", kommentiert Christian Rouette von der Fifam die aktuellen Handelsaktivitäten. "Somit stabilisiert sich die im Insiderbarometer ausgedrückte Zuversicht der Insider auf einem hohen Niveau." In den ersten vier Monaten des Jahres, als die Kurse kräftig in den Keller gingen, gab es so gut wie keine Verkäufe. Gleichzeitig stieg aber in den letzten Wochen ebenfalls die Zahl der Käufe, so dass in der Summe vom Anlageverhalten der Manager nach wie vor ein Kaufsignal für den Aktienmarkt ausgeht.

Der aktuelle leichte Aufwärtstrend ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass in der vergangenen Woche im Vergleich zu den Vorwochen das Verhältnis von Käufen zu Verkäufen sowohl in der Tiefe (Volumina) als auch in der Breite (Anzahl) erhöht hat. Die Handelsaktivität der Insider befindet aber insgesamt weiterhin auf einem durchschnittlichen Niveau. Auch die Relation von Insiderkäufen zu Insiderverkäufen hat sich im Vergleich zur letzten Analyse kaum verändert.

Die größten Transaktionen

Die auffälligsten Käufe und Verkäufe fanden bei klassischen Nebenwerten statt. So kauften die Top-Manager der im SDax notierten Münchmeyer Peters Capital AG - wie bereits in den vergangenen Wochen - kräftig zu (siehe Tabelle). Die Commerzbank-Analysten halten vor allem die hohe Dividendenrendite des Unternehmens von derzeit rund acht Prozent für sehr attraktiv. Diese wurde für 2007 zwar bereits bezahlt, auch für 2008 ist aber eine ähnliche hohe Ausschüttung zu erwarten. Das Geschäftsmomentum ließe aktuell jedoch nur eine Halteempfehlung zu, hieß es bei den Experten. Die Bilanz des ersten Quartals lag leicht unter den Erwartungen, zudem ist der Ausgang des Übernahmeversuchs von Konkurrent HCI Capital noch unklar.



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Bei den Verkäufen gab es zwei auffällige Bewegungen: Beim Tec-Dax-Wert Phoenix Solar kam es offenbar zu Gewinnmitnahmen, da die Aktie auf einem Allzeithoch notiert. Phoenix Solar ist ein "Photovoltaiksystemhaus", das hauptsächlich Großkraftwerke für Dritte baut und betreibt. Dabei bezieht das Unternehmen die Komponenten von Herstellern und operiert auch als Fachgroßhändler. Die Analysten der Commerzbank sehen die Aktie zwar grundsätzlich positiv und als eher konservative Variante an, in Solarenergie zu investieren. Die geringe Liquidität hält sie aber von einer Kaufempfehlung ab. Die Aktie gehörte am Freitag - neben anderen Solarwerten - zu den Kursgewinnern, da die Bundesregierung ihre Förderung von Solar-Stromerzeugung offenbar doch in einem geringeren Umfang reduziert wird als zunächst befürchtet. Phoenix hatte außerdem beim Bilanzbericht zum ersten Quartal Mitte Mai starke Zahlen vorgelegt und die eigene Jahresprognose nach oben angepasst.



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Den größten Insider-Verkauf tätigte Q-Cells-Finanzvorstand Hartmut Schüning, der für fast zwei Millionen Euro Aktien des TecDax-Wertes abstieß. Die Aktien von Q-Cells waren in der vergangenen Woche vorübergehend unter Druck geraten, Händler verwiesen auf Marktspekulationen darüber, dass Q-Cells seinen 17-prozentigen Anteil am weltgrößten Hersteller von polykristallinem Silizium und Siliziumwafern für die Solarzellenproduktion, REC Group, verkaufen wolle. "Das Nettoergebnis von Q-Cells wird durch den REC-Ertrag regelmäßig erhöht", sagte Analyst Theo Kitz von Merck Finck. Sollte dieser Bereich wegfallen, werde der Jahresüberschuss von Q-Cells entsprechend sinken.

Doch auch bei Q-Cells überwog am Freitag die Erleichterung, dass die Sorgen um stärker als bisher erwartete Kürzungen bei den Subventionen für Solarstrom vermutlich überzogen waren. Die WestLB stufte die Aktie von "Hold" auf "Add" hoch und bestätigte ein Kursziel von 85 Euro. Analyst Sebastian Zank sieht nach dem jüngsten Kursrutsch gute Chance für eine Erholung der Aktie. Wegen der Diskussion um Subventionen in Deutschland und Spanien bleibe die Unsicherheit in dem Sektor aber hoch und die Kurse dürften weiter stark schwanken. Am Freitag legte der Wert, den auch die Commerzbank zum Kauf empfiehlt, rund zehn Prozent zu.



Insiderbarometer: Hinweis in eigener Sache


Der Index wird wöchentlich berechnet, betrachtet aber immer die Director´s Deals der vergangenen 14 Tage. Dadurch kann es bei der wöchentlichen Berichterstattung zu inhaltlichen Überschneidungen kommen.



Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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