Insider-Barometer
Insider greifen wieder vorsichtig zu Aktien

Deutschlands Top-Manager erweisen sich in den zuletzt so schwankungsreichen Wochen wieder einmal als Kontraindikator. Ehe es an den Börsen nach unten ging, haben viele von ihnen Aktien verkauft. Seitdem der Dax wieder unter die Marke von 5 500 Punkten gesunken ist, nutzen sie die niedrigeren Kurse nun vereinzelt wieder zum Einstieg. Entscheidend für die Börse sind die kommenden Wochen.
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FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist zuletzt wieder um vier Punkte auf 84 Zähler gestiegen. Aus den Kauf- und Verkaufsorders, die Vorstände, Aufsichtsräte und deren Angehörige an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen, ergibt sich, dass es in den vergangenen beiden Wochen aus den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax nur einen Verkauf gab. Dafür ist die Käuferseite deutlich angeschwollen. Noch Anfang Oktober, als die Stimmung an der Börse weitaus besser war, war die Tendenz eher umgekehrt.

"Von einem Wendepunkt zu sprechen ist noch zu früh", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Schließlich sei die Nachfrage noch immer nicht allzu stark ausgeprägt. Die Kaufvolumina sind zwar gestiegen, befinden sich im langfristigen Bereich aber immer noch auf unterdurchschnittlichem Niveau. Entscheidend ist deshalb das Handeln der Unternehmensinsider in den kommenden Wochen bis zum Jahresende. "Sollten sie dann wieder in größerem Stil kaufen, dann wäre dies ein positives Signal für 2010", sagt Stotz.

Der auffälligste Kauf der vergangenen beiden Wochen kam von SAP-Finanzvorstand Werner Brandt, der für knapp 32000 Euro Aktien des weltgrößten Anbieters von Standardsoftware gekauft hat. Und das just zu einem Zeitpunkt, als die Börsianer enttäuscht von verfehlten Erwartungen mit Verkäufen reagiert haben. Zudem waren Befürchtungen zu hören, das Schlussquartal könnte ebenfalls schwach ausfallen, weil das Management seinen Ausblick für die Software-Umsätze und die angebundenen Services reduziert hat.

"Diese Erwartung teilen wir derzeit nicht ganz" heißt es dazu von den Analysten von Commerzbank Wealth Management. Die Experten gehen davon aus, dass das Management die Erwartungen am Boden halten will, da eine verlässliche Prognose in diesem Jahr kaum möglich ist.

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