Insider-Barometer
Insider kaufen Nebenwerte

Krasse Gegensätze bei deutschen Nebenwerten: Während institutionelle und Privatanleger die Aktien kleiner und mittlerer Unternehmen schon seit langem meiden, kaufen deren Vorstände, Aufsichtsräte und Angehörige teils in großem Stil wieder zu. Das Insider-Barometer.

FRANKFURT. Das belegt die Statistik der Börsenaufsicht BaFin, an die diese Orders gemeldet werden müssen. "Generell werden Nebenwerte in Phasen wie diesen vernachlässigt, so dass mancher Manager, der sein Unternehmen nicht so stark von der Krise betroffen sieht, eine gute Gelegenheit zum Einstieg sieht", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

Tatsächlich gelten Nebenwerte nach einem Hype vor wenigen Jahren seit Ausbruch der Finanzkrise als "megaout". Deren Tagesumsätze betragen nur noch zwei Prozent des gesamten Börsenumsatzes. Investoren schätzen hingegen derzeit vor allem die Marktschwergewichte aus dem Dax, besonders wegen der weit höheren Liquidität und die eher im Fokus der Analysten stehen. In MDax, TecDax und SDax handeln stattdessen überdurchschnittlich viele Insider. Meist kaufen sie, in nur wenigen Fällen trennen sie sich von Papieren. Grund dafür sind die in vielen Fällen stark eingebrochenen Kurse dieser Aktien, die bei halbwegs attraktiver Geschäftslage hohe Kursgewinne versprechen.

Beispiel Smartrac: Der niederländische Spezialist für Zugangs- und Zahlkarten mit starken deutschen Wurzeln meldete nach einem heftigen Kurssturz im März und anschießender Erholung den Einstieg der Beteiligungsgesellschaft ICM Netherlands. Die steht einem der Geschäftsführer nahe. Neue Produkte, die gerade auf einer Fachmesse in Singapur vorgestellt werden, sollen für weiteren Aufschwung sorgen. Unter Analysten gelten solch extrem zyklische Technologiewerte zwar weiter als spekulative Investments, an der Börse selbst aber gab es für Titel der Branche - ähnlich wie bei Smartrac - zuletzt gewaltigen Auftrieb. Ob der von Dauer sein wird, daran glauben derzeit noch die wenigsten. Stattdessen dürften Gewinneinbrüche, wie sie Smartrac schon im Schlussquartal 2008 gezeigt hat, weiter an der Tagesordnung sein.

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