Insider-Barometer
Insider: kaum noch Verkäufe

Das Insider-Barometer hat den Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fortgesetzt. Die Zahl der Käufe allerdings ging im abgelaufenen Beobachtungszeitraum zurück. Der Anstieg des Barometers ist auf die geringe Zahl der Verkäufe zurück zu führen.

HB FRANKFURT. Der Index, den das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen wöchentlich in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking erstellt, tendierte diese Woche fester. Mit einem Stand von 179,92 Punkten notierte das Barometer knapp zwei Punkte über dem Wert aus der Vorwoche (+6,94 Punkte im Vergleich zu vor zwei Wochen).

"Das Insider-Barometer dokumentiert damit weiterhin einen gesunden Optimismus bei den Unternehmenslenkern", sagt Christian Rouette vom Fifam. Lediglich zwei Verkäufe wurden im abgelaufenen Beobachtungszeitraum gezählt; entsprechend lägen auch die Volumina deutlich unter dem Durchschnitt, sagt Rouette. Bei den Käufen bewegen sich die Größenordnungen in einem langfristig "normalen" Bereich.

Der größte Kauf

Im abgelaufenen Beobachtungszeitraum ragte bei den Käufen Escada heraus. Insgesamt orderte die BO-DO Vermögensverwaltung Aktien im Wert von über 9,3 Millionen Euro. Es war sowohl der volumenmäßig, als auch gemessen an der Realation zum Börsenwert größte Deal. Das entspricht 3,5 Prozent der Marktkapitalisierung Escadas.

Wolfgang und Michael Herz sowie ihre Mutter Ingeburg könnten damit den Milliardär Rustam Aksenenko aus seiner Machtposition verdrängt haben. Sie waren erst im Juni beim Münchner Konzern mit rund 25 Prozent der Anteile eingestiegen. Aksenenko hatte als bisher größter Einzelaktionär knapp 27 Prozent der Aktien gehalten. Wie der "Spiegel" berichtet, hätten die Tchibo-Erben ihren Anteil nun auf knapp 30 Prozent der Wertpapiere ausgebaut, während Aksenenkos Beteiligung sich auf gut 20 Prozent verringert habe.

Das Investment der Familie Herz bei dem Modekonzern belaufe sich auf insgesamt rund 75 Millionen Euro. Die Beteiligung von Escada-Gründer Wolfgang Ley, der bislang noch rund zehn Prozent des von ihm bis Ende 2005 geführten Unternehmens halte, rutsche nach den jüngsten Transaktionen auf nur noch rund fünf Prozent.

Allerdings will Aksenenko auch nach dem Einstieg der Tchibo-Erben an Bord bleiben. "Wir steigen nicht aus", sagte ein Sprecher Aksenenkos in München. Aksenenko sei weiterhin an einem langfristigen Engagement bei Escada interessiert und begrüße den Einstieg der Herz-Familie.

Der größte Verkauf

Den größten Verkauf tätigte Hannes Niederhauser, Aufsichtsrat bei Kontron. Er verkaufte Aktien im Wert von 495 481 Euro. Das entsprach 0,1 Prozent der Marktkapialisierung Kontrons.

Der Marktführer bei Embedded Computersystemen konnte im zweiten Quartal mit positiven Zahlen überraschen und stellt auch für das laufende Jahr trotz Konjunktursorgen ein zweistelliges Wachstum in Aussicht. Trotzdem hat sich der Kontron-Aktienkurs von seinem Hoch Ende 2007 bis heute fast halbiert. Die schwache Konjunkturentwicklung hat Kontron bislang noch nicht erreicht, nachdem das Unternehmen viele Kleincomputer in Schwellenländer wie Russland und China absetzen konnte.

Auch der Auftragsbestand weist mit einem Plus von 19,5 Prozent auf 307 Mio. Euro bislang keinerlei Anzeichen auf, dass sich das Geschäft spürbar verlangsamen wird. Dennoch dürfte auch Kontron nicht immun gegen eine Rezession sein, sollte sich die Konjunktur im zweiten Halbjahr noch weiter eintrüben. Immerhin setzt Kontron nach wie vor 50 Prozent seiner Produkte in Europa ab, wobei rund 25 Prozent der Kleincomputer nach Amerika exportiert werden.

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