Insider-Barometer
Insider machen Kasse

Trendwechsel bei den Deals der Firmeninsider: Erstmals in diesem Jahr trennen sich Top-Manager in größerem Stil von Anteilen ihrer Unternehmen. Vor allem die Top-Manager von Adidas und Deutscher Bank verkaufen im großen Stil Aktien. Nach den jüngsten Kursgewinnen an den Börsen sehen sie die Zeit gekommen, um Kasse zu machen. Das Insider-Barometer.

FRANKFURT. In den ersten vier Monaten des Jahres, als die Kurse kräftig in den Keller gingen, gab es so gut wie keine Verkäufe. Gleichzeitig stieg aber in den letzten beiden Wochen ebenfalls die Zahl der Käufe, so dass in der Summe vom Anlageverhalten der Manager nach wie vor ein Kaufsignal für den Aktienmarkt ausgeht. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet, fiel auf 178 Punkte. Damit signalisiert es zwar weiter, dass Deutschlands Top-Manager aus den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax in der Mehrzahl mit steigenden Kursen rechnen. Gleichzeitig rangiert das Insider-Barometer aber 30 Punkte unter seinem Allzeithoch von Mitte April.

Das Zeichen für die weitere Entwicklung am Aktienmarkt lautet deshalb, dass es mittelfristig wohl weiter bergauf gehen wird. "Die Dynamik der letzten Wochen wird sich mit Sicherheit nicht fortsetzen", sagt Christian Rouette von der Fifam. Seit seinem Tief Mitte März hat beispielsweise der Deutsche Aktienindex (Dax) rund 15 Prozent an Wert gewonnen; im darunter angesiedelten MDax, in dem 50 mittelgroße Werte zusammengefasst sind, betrug das Plus sogar 20 Prozent.

Die These von nur noch langsam steigenden Kursen bestätigen auch die jüngsten prominenten Verkäufe. Mit dem Sportartikel-Hersteller Adidas und der Deutschen Bank gibt es erstmals seit Monaten wieder große Verkaufsorders bei Dax-Unternehmen. Adidas-Aufsichtsrat Christian Tourres, der sich gerade von 100 000 Aktien im Wert von rund 4,4 Mill. Euro trennte, hatte die gleiche Anzahl an Aktien bereits Ende Dezember verkauft. Damals erzielte er jedoch einen um fast 15 Prozent höheren Preis.

Auch die Analysten von Commerzbank Private Banking sehen kein allzu großes Potenzial bei der Adidas-Aktie und stufen sie mit "neutral" ein. "Deutlich höhere Kurse halten wir vor dem Hintergrund der Unsicherheiten im wichtigen nordamerikanischen Markt für unwahrscheinlich", heißt es.

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