Insider-Barometer
Insider nutzen Kurssturz zum Kauf

Deutschlands Top-Manager haben den Kurssturz der letzten beiden Wochen genutzt, um sich günstig mit Aktien ihres Hauses einzudecken. Speziell im Deutschen Aktienindex, der in dieser Zeit bis zu 400 Punkte verloren hat, haben Vorstände und Aufsichtsräte zugegriffen. Damit setzen die Top-Manager einen Gegentrend zur aktuellen Verunsicherung.

FRANKFURT. Ungebrochen ist damit das generelle Kaufsignal, das durch diese Deals für den gesamten Aktienmarkt ausgeht. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt berechnet, steht fast unverändert bei hohen 169 Punkten.

Die Aussage daraus ist eindeutig: Deutschlands Top-Manager sehen die aktuelle Unsicherheit, die durch die US-Kreditkrise und die damit zusammenhängende Angst vor einer Rezession die Aktienmärkte weltweit belastet, als temporäre Entwicklung an, die keinen direkten Einfluss auf ihr Unternehmen hat. „Die Insider signalisieren damit immer noch ein hohes Vertrauen in den Wert ihres eigenen Unternehmens“, sagt Fifam-Experte Olaf Stotz.

Die Diskrepanz zwischen der generellen Stimmung am Aktienmarkt und der Einschätzung der Unternehmensinsider resultiert aus den unterschiedlichen Betrachtungsweisen. So fließen in die Beurteilung der aktuellen Börsenstimmung weitaus mehr Faktoren mit ein als bei Insidern, die ihre Anlageentscheidung vor allem auf die künftige Entwicklung ihres Unternehmen stützen. Statt sich auf Konjunktur und Weltwirtschaft, geopolitische Risiken und Wechselkursentwicklungen zu konzentrieren, nutzen sie ihren direkten Einblick ins Unternehmen für private Anlageentscheidungen. Da sie diese anschließend veröffentlichen müssen, lassen sich für die breite Masse der Anleger daraus Schlüsse zur Entwicklung des Aktienkurses ableiten.

Doch das ist nicht immer ganz einfach, wenn es wie zuletzt bei Adidas und Heidelberg Cement sowohl Käufe als auchVerkäufe gibt. Aufsichtsrat Christian Tourres hat zuletzt für knapp 4,8 Mill. Euro Aktien verkauft, während Vorstandschef Herbert Hainer für 93 000 Euro und damit deutlich weniger gekauft hat. Die meisten Analysten bewerten dies weder als Kauf- noch als eindeutiges Verkaufssignal. „Nach dem starken Kursanstieg zuletzt sehen wir in den nächsten Monaten kaum zusätzliches Kurspotenzial“, heißt es von Commerzbank Private Banking. Der Großverkauf von Christian Tourres ist demnach als Gewinnmitnahme zu interpretieren, während Herbert Hainer wohl auf den positiven Trend setzt, der von den jüngst vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal ausging.

Seite 1:

Insider nutzen Kurssturz zum Kauf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%