Insider-Barometer
Insider positionieren sich

Die Top-Manager von Deutscher Börse und Deutscher Bank trennen sich von ihren Aktien. Dennoch: In den Chef-Etagen rechnet die deutliche Mehrheit in Zukunft mit steigenden Kursen. Das geht aus dem Insider-Barometer hervor.

FRANKFURT. Die positiven Nachrichten aus mehreren Banken und der folgende Aufschwung an den Börsen haben die Unternehmensinsider auf den Plan gerufen. Top-Manager handeln wieder verstärkt mit Aktien ihres Unternehmens. Sowohl auf Kauf- als auch auf Verkaufsseite sind in den vergangenen beiden Wochen Anzahl und Volumina teils deutlich gestiegen. Das geht aus der Datei der Börsenaufsicht BaFin hervor, an die Orders von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen innerhalb von fünf Handelstagen gemeldet werden müssen.

Eine klare Aussage, in welche Richtung die Märkte in Zukunft tendieren werden, ist damit allerdings nicht möglich. Wer gekauft hat, der interpretiert die zuletzt gestiegenen Kurse als Indiz für eine anhaltende Erholung. Wer verkauft hat, wertet den Aufschwung lediglich als Zwischenhoch, das eine gute Gelegenheit zum Ausstieg bietet, ehe es ein weiteres Mal nach unten geht. "Die Verunsicherung der Anleger, die sich in dem niedrigen Kursniveau bemerkbar macht, setzte sich in den vergangenen beiden Wochen auch bei den Insidern durch", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist zuletzt auf 174 Punkte kräftig gesunken. Grund dafür ist, dass in der Berechnung, in die die Käufe und Verkäufe der vergangenen drei Monate eingehen, seit längerem wieder größere Verkäufe vertreten sind. Dennoch: Noch immer dominieren die Käufe unter den Orders der Top-Manager. Die deutliche Mehrheit rechnet in Zukunft mit steigenden Kursen.

Prominentester Name auf Käuferseite ist Münchener Rück-Chef Nikolaus von Bomhard. Zu Preisen von 83 und 84 Euro hat er vor etwa einer Woche Aktien seiner Gesellschaft geordert. Am Freitag kosteten Papiere des weltgrößten Rückversicherers fast 92 Euro. Vor dem Hintergrund, dass der Kurs noch vor rund einem Monat bei 110 Euro lag und das Unternehmen nach eigenen Aussagen von Nikolaus von Bomhard die Risiken reduziert hat, ist Analysten zufolge eine Rückkehr in diese Regionen durchaus möglich. Michael Haid vom Bankhaus Cheuvreux hat erst vergangene Woche seit Kursziel von 130 Euro auf dieses Niveau gesenkt. Ein insgesamt schwächeres Marktumfeld wird seiner Ansicht nach durch die gestiegene Nachfrage nach Rückversicherungen wegen der schwachen Kapitalisierung der Erstversicherer ausgeglichen.

Bei den Verkäufen finden sich mit der Deutschen Börse und der Deutschen Bank ebenfalls zwei Finanztitel aus dem Dax. Anlass für Privatanleger, diese beiden Orders als Indikator für drohendes Ungemach zu sehen und es den Top-Managern gleich zu tun, sehen Analysten aber nicht. Bei der Deutschen Börse beispielsweise erwarten die Experten von Commerzbank Wealth Management wegen der Suche nach sicherer und geregelter Abwicklung eine Rückkehr von außerbörslichem Geschäft auf deren Plattform. Zudem sorgt die zunehmende Nutzung von Derivaten für robuste Geschäfte.

Bei der Deutschen Bank loben die Experten nicht nur die in der vergangenen Woche angekündigten guten Zahlen für Januar und Februar. Sie gehen langfristig auch davon aus, dass die Bank wegen der Schwäche von Wettbewerbern beziehungsweise dem Verschwinden früherer Konkurrenten gestärkt aus der Krise hervor gehen wird.

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