Insider-Barometer
Insider sitzen Baisse aus

Die deutlich fallenden Aktienindizes seit Monatsbeginn haben Deutschlands Top-Manager davon abgehalten, sich weiter von Papieren ihrer Häuser zu trennen. Die Mehrheit der deutschen Unternehmenslenker bewertet die Zukunftsaussichten des Unternehmens positiv - so ist das Insiderbarometer zuletzt sogar leicht gestiegen.

FRANKFURT. Seitdem beispielsweise der Dax innerhalb weniger Tage von Ständen um 6 500 Punkten auf 6 100 Punkte abgerutscht ist, warten viele Vorstände, Aufsichtsräte sowie deren Angehörige auf bessere Börsenzeiten, ehe sie erneut in größerem Umfang Aktien abgeben.

Das Signal der Unternehmensinsider für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten ist damit eindeutig: Den Kursrutsch der letzten Tage sehen sie trotz Konjunkturrisiken und voraussichtlich deutlich sinkender Unternehmensgewinne im kommenden Jahr nicht als Grund dafür an, ihre Anteile auf dem aktuellen Niveau zu versilbern. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Technischen Hochschule in Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking berechnet, ist zuletzt sogar wieder leicht gestiegen. Mit einem Stand von 173 Punkten signalisiert es, dass die Mehrzahl der deutschen Unternehmenslenker die Zukunftsaussichten ihrer Gesellschaft und deren Aktie positiv bewertet.

In die Berechnung des Insider-Barometers gehen die Transaktionen von Vorständen, Aufsichtsräten sowie deren Angehörigen mit Aktien ihrer Gesellschaft ein. Diese müssen sie innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht BaFin melden, worauf sie dort auf deren Homepage veröffentlicht werden. "Generell glaubt die Mehrzahl der Unternehmensinsider weiterhin, dass die Kurse mittel- bis langfristig steigen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

Vorreiter dieser These ist RWE-Vorstandschef Jürgen Großmann, der vor wenigen Tagen RWE-Aktien für über fünf Mill. Euro geordert hat. 35 000 Stück hat er dabei zum Preis von 68,58 Euro gekauft, weitere 40 000 zu 68,76 Euro. Großmann hat damit bereits zum vierten Mal in diesem Jahr Aktien gekauft. Diesmal war es jedoch die mit Abstand größte Order. Jedesmal ging es danach allerdings mit der RWE-Aktie bergab. Kaufte er im Januar noch zu 86,80 Euro je Aktie, waren es im Februar 80,92 Euro und im April 73,65 Euro. Auch nach der jüngsten Order ging es mit dem RWE-Kurs bergab. Am Freitag notierte er bei 66,80 Euro.

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