Insider-Barometer
Manager aus Dax-Konzernen ordern wieder Aktien

Deutschlands Topmanager aus den Dax-Konzernen kehren nach wochenlanger Abstinenz wieder an den Aktienmarkt zurück. Mit der Allianz, Siemens, SAP und der Deutschen Bank haben in den vergangenen beiden Wochen gleich von vier namhaften Unternehmen Insider Käufe oder Verkäufe gemeldet. Das geht aus der Aufstellung der Börsenaufsicht BaFin hervor, an die diese Orders gemeldet werden müssen.
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FRANKFURT. Auch wenn unter den vier Dax-Konzernen mit der Deutschen Bank nur ein Wert auf der Verkaufsseite zu finden ist, gilt für den Gesamtmarkt, dass die Unternehmensinsider generell eher weiter verkaufen als kaufen. Das Insiderbarometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management an der Uni Aachen (Fifam) alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist zwar zuletzt leicht auf 85 Punkte gestiegen. In der Tendenz gibt es Anleger, die aus Anzahl und Volumina der Insiderkäufe und-verkäufe Schlüsse für ihr eigenes Handeln ziehen wollen, weiterhin ein Verkaufssignal. Erst ab 90 Punkten beginnt der neutrale Bereich, in dem sich Argumente für und wider Aktien etwa die Waage halten.

Insiderkäufe geben eine erste Tendenz für das kommende Jahr

Die aktuellen Orders sehen Experten indes schon als Hinweis, welche Richtung manche Titel im kommenden Jahr einschlagen werden. Ein Beispiel dafür ist die Deutsche Bank: "Hier war in den vergangenen Wochen immer wieder zu beobachten, dass bei Kursen um die 50 Euro einige der Insider ihre Positionen abbauen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School. So auch vor wenigen Tagen, als Aufsichtsorgan Martina Klee und Stuart Lewis, Chief Credit Manager der Bank, für 50,42 bzw. 49,62 Euro Pakete verkauft haben. Bereits im Spätsommer gab es von anderen Topmanagern auf diesem Niveau Verkäufe. Für Analysten ergibt der Ausstieg durchaus Sinn. "Nachdem die Eckdaten zum dritten Quartal nicht die erhoffte Überraschung beim Vorsteuergewinn bringen konnten, raten wir, Bestände abzubauen", heißt es von den Experten von Commerzbank Wealth Management.

Bei drei anderen Dax-Werten haben Unternehmensinsider dagegen ihre Bestände erhöht, wenn auch in überschaubarem Rahmen. An der Spitze stehen dabei Orders von zwei Personen aus dem näheren Umfeld von Vorstand Joachim Faber. Deren Käufe stammen zwar schon vom 27. Februar dieses Jahres, wurden jetzt aber erst gemeldet. Normalerweise gilt in diesem Zusammenhang die Frist zwischen Transaktion und Meldung von fünf Tagen. In Allianz-Kreisen spricht man von einem "Versehen". Klar erkennbar ist indes neun Monate nach den Käufen, dass die beiden Insider damals ein gutes Gespür für die Aktie hatten. Die einst zu 54,30 Euro gekauften Papiere waren am Freitag 83,50 Euro wert. Damit soll das Ende des Aufwärtstrends noch nicht erreicht sein. Analyst Andrew Broadfield von Morgan Stanley hat in der vergangenen Woche erst sein Kursziel für die Aktie von 102 auf 104 Euro nach oben geschraubt.

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  • DEM Hb SEi DANK! Die Nichtanzeige des director-dealings der Allianz zeigt den Unterschied zwischen Spekulationsverhalten und gravierendem Spekulations-verhalten auf! Dergestalt läßt sich Vertrauen in den Aktienmarkt nicht wiederherstellen. Vielen Dank!

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