Insider-Barometer
Manager demonstrieren Optimismus

Den Kursrutsch der vergangenen Wochen haben Top-Manager weltweit genutzt, um sich günstig mit Aktien ihrer Unternehmen einzudecken. Daten des Insider-Barometers sowie für den US-Markt bestätigen, dass die Firmenvorstände so viele Aktien wie seit Jahren nicht mehr gekauft haben – ein Fakt, der für robuste Börsen spricht.

FRANKFURT. Das zeigen sowohl Daten des Insider-Barometers, die das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking für das Handelsblatt berechnet, als auch Daten für den US-Markt. Das Insider-Barometer, das die Transaktionen von Vorständen, Aufsichtsräten sowie deren Angehörige in den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und des SDax abbildet, stieg zuletzt auf 154 Punkte und damit auf das höchste Niveau seit Mai 2003. Damals, unmittelbar nach Ausbruch des Irak-Kriegs waren die Börsen weltweit in tiefe Depression verfallen, um in den anschließenden viereinhalb Jahren von Rekord zu Rekord zu klettern. In den USA haben Top-Manager der zuletzt stark unter Druck stehenden Finanzbranche sogar so stark in Aktien investiert wie zuletzt 1995.

„Das ist ein klares Zeichen der Top-Manager, dass sie mit keinem weiteren Kursverfall rechnen, sondern langfristig deutliches Potenzial bei ihren Aktien sehen“, sagt Olaf Stotz vom Fifam. In der Tat kam es in den letzten beiden Wochen bei deutschen Insiderdeals zu einem absoluten Novum: Kein einziger Firmeninsider hat Papiere seines Unternehmens verkauft. Dagegen stieg die Zahl der Käufe auf Rekordniveau.

Mit ihrem offen zur Schau gestellten Optimismus stellen sich die Firmeninsider vehement gegen die Skepsis der meisten Börsianer, die die Konsequenzen der US-Immobilienkrise als noch lange nicht ausgestanden betrachten. „Angesichts der Datenlage spricht unseres Erachtens einiges dafür, dass sich der Trend volatiler Aktienkurse zunächst fortsetzen wird“, hieß es am Freitag vonseiten der WestLB.

Grund für die völlig konträre Markteinschätzung von Aktienstrategen und Firmeninsidern ist deren unterschiedliche Betrachtungsweise. Während für die Manager fast allein die künftige Entwicklung in ihrem Unternehmen ausschlaggebend ist und sie dabei einen langfristigen Anlagehorizont haben, beziehen die Aktienexperten der Banken eine Vielzahl weiterer Faktoren aus Geopolitik und Marktpsychologie, Währungs-, Zins- und Rohstoffseite mit ein. Oft wählen sie einen kurzfristigen Ansatz, indem sie zum Beispiel vor einem durchwachsenen September warnen.

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