Insider-Barometer: Manager der Deutschen Bank verkaufen Aktien

Insider-Barometer
Manager der Deutschen Bank verkaufen Aktien

Deutschlands Unternehmensinsider verkaufen nach den jüngsten Konjunkturdaten aus den USA erstmals seit langem wieder Papiere ihres Unternehmens. Vor allem Manager der Deutschen Bank trennen sich in großem Stil von Aktienpaketen. Dabei halten Analysten weitere Kursanstiege für durchaus möglich.
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FRANKFURT. Einmal mehr erweisen sich Manager als Kontraindikator zu dem, was die Märkte erwarten. Bestes Beispiel in diesen Tagen sind eine Reihe von Top-Managern der Deutschen Bank. Die haben zu Kursen zwischen 54 und 56 Euro größere Aktienpakete ihres Arbeitgebers verkauft, wie aus der Datenbank der Börsenaufsicht BaFin hervorgeht. Analysten wie Daniel Davies von der Credit Suisse halten dagegen einen weiteren Kursanstieg bis auf Werte deutlich über 70 Euro für möglich.

Die Situation ist vergleichbar mit der vor einigen Monaten, als ebenfalls mehrere Unternehmensinsider der Deutschen Bank bei Kursen um 50 Euro verkauft haben. „Danach setzte sich der zuvor zu beobachtende Kursanstieg nicht fort“, sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) in Aachen. Interessant für Privatanleger sind die aktuellen Verkäufe wegen ihrer Dimension. Von Papieren im Wert von knapp 2,7 Mio. Euro haben sich Michael Kröner, Pierre de Weck, Seth Harrison Waugh und Kevin Parker getrennt. „Da zwei von ihnen in den USA für die Deutsche Bank arbeiten, mag wohl der Blick auf die dortige Konjunkturlage mit zu dieser Entscheidung beigetragen haben“, sagt Bölinger.

Bei Analysten ist die Aktie der Deutschen Bank vor allem wegen ihrer sehr günstigen Bewertung beliebt. Gleichzeitig monieren sie aber, dass sie bei den erklärten Zielen wie der Stärkung des Privatkundengeschäfts hinterher hinkt. „Die Bank kommt hier einfach nicht voran“, heißt es bei den Experten von Commerzbank Wealth Management. Sie stufen die Aktie als attraktiv ein, aber mit einem hohen Risiko behaftet.

Ähnlich überraschend wie bei der Deutschen Bank waren die hohen Verkäufe beim Chipanlagenbauer Aixtron. Ein Aufsichtsrat hat sich über seine Beteiligungsgesellschaft von Papieren im Wert von mehr als 1,8 Mio. Euro getrennt. Dabei ist auch Aixtron ist bei Analysten beliebt. Erst am Freitag haben die Analysten von HSBC ihre Prognose für den Jahresumsatz um drei Prozent und die für den Gewinn gar um acht Prozent erhöht.

Insgesamt sind die Volumina von Käufen und Verkäufen deutscher Top-Manager in den vergangenen Wochen zwar zurückgegangen. Auffälligkeiten gibt es lediglich bei den Verkäufen. Die Volumina sind deutlich gestiegen. Von einer Trendwende möchte man bei der Fifam zwar noch nicht sprechen. Das Insider-Barometer, in dem die Fifam anhand der Insiderkäufe und -verkäufe in den vergangenen drei Monaten eine Tendenz für die weitere Entwicklung des Aktienmarktes errechnet, notiert bei hohen 156 Punkten. Insgesamt gibt es damit zwar noch immer ein starkes Kaufsignal für alle weiteren Anleger. Das beginnt gewöhnlich schon ab einem Bereich von 110 Punkten. Im Vergleich zur Erhebung vor zwei Wochen ist das Barometer jedoch um sieben Punkte gesunken.

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  • Sell on good NEWS !!!

    Oder denkt ihr die Analysten arbeiten für Dich umsonst, um Dir zu sagen, wann Du die meiste Kohle , womit verdienst ????

  • Die wissen am besten um den tatsächlichen Zustand des Systems.
    Es handelt sich hier um Risikomanagement.
    Deba Aktie auf 70€ - vielleicht, vielleicht auch bald 35€ ? Finanzcrash - Wahrscheinlichkeit 100% !!
    Vielleicht gehen die mit ihren Aktienerlösen dann in den hauseigenen Goldfond DWS Gold Plus. Da ist man dann ab 1.9.2010 unter seinesgleichen im geschützten Hafen.
    http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=14169

  • Guten Tag,.... Das kann ich gut verstehen. besser jetzt als spaeter. Auch das Genie der Credit Suisse sagt uns nicht wann die Deutsche bank denn auf 70 sein soll. im Uebrigen spielt es keine Rolle was die banditen tun, die fuellen sich eh nur die eigene Tasche. besten Dank

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