Insider-Barometer
Manager glauben an Aktien

Viele Börsianer erwarten eine Konsolidierung an den Aktienmärkten, Deutschlands Top-Manager sehen es anders: Die Zahl der Insider-Käufe war auch in den vergangenen beiden Wochen fast fünfmal höher als die der Verkäufe. Damit sehen Insider ihre Firmen deutlich positiver als Analysten.

FRANKFURT. Laut Börsenaufsicht BaFin, an die diese Orders gemeldet werden müssen, standen in diesem Zeitraum 37 Käufen nur acht Verkäufe gegenüber. Unter den 160 Unternehmen aus Dax, MDax, TecDax und SDax gab es insgesamt gar nur einen Verkauf.

Damit zeigt sich hierzulande ein anderes Bild als in den USA, wo die Manager in hohem Umfang Aktien abstoßen (siehe "USA: Insider verkaufen massiv Anteilsscheine"). Es zeichnet sich allerdings ab, dass auch die Kaufeuphorie der deutschen Manager etwas abgeebbt ist. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist von seinem Rekordstand von über 207 Punkten im April zuletzt auf unter 120 Punkte gefallen. Damit liefert es zwar immer noch ein generelles Kaufsignal für Aktien, denn es steht über der Schwelle von 110 Punkten. Die Zeiten, als bis zu 180 Insiderkäufen nur vereinzelte Verkäufe gegenüberstanden, sind jedoch vorüber. "Wir nähern uns in Deutschland allmählich wieder normalen Verhältnissen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

Eine deutliche Konsolidierung ist deshalb aus Sicht der Top-Manager auch nicht zu erwarten. Das war Ende 2006 anders. Damals überstiegen die Insider-Verkäufe die der Käufe nach mehrjähriger Kursrally. Ein halbes Jahr später setzte der Kursverfall, ausgelöst durch die Immobilienkrise in den USA, ein. Auffällig ist nur, dass die wenigen Manager, die jetzt verkaufen, dies in großem Stil tun. Bei den acht Verkäufen wurden 5,73 Mio. Euro umgesetzt. Das Volumen der 37 Insider-Käufe in den letzten beiden Wochen betrug nur 2,37 Mio. Euro. Doch das ist laut Olaf Stotz nicht überzubewerten, die Verkäufe kamen überwiegend von Nebenwerten wie Emqtec oder Init.

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