Insider-Barometer
Optimismus von Firmeninsidern nimmt ab

Der Optimismus der Firmeninsider für die Aktien der eigenen Unternehmen nimmt im Monatsvergleich deutlich ab. Insgesamt bleiben die Top-Manager aber für deutsche Aktien weiterhin positiv gestimmt. Das exklusiv für das Handelsblatt berechnete Insider-Barometer hat seine jüngste Korrekturphase fortgesetzt, notiert aber nicht weit vom Allzeithoch entfernt.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Das Insider-Barometer setzt seine Korrekturphase fort, wobei es aktuell nur leicht gefallen ist. Der vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen jede Woche mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnete Index für Insider-Transaktionen notiert aktuell mit 187,22 Punkte und damit rund 27 Punkte unterhalb des Allzeithochs vor gut einem Monat. Wie in den Grafiken der Analyse zu erkennen ist, halten sich Kauf- und Verkaufvolumina die Waage wobei die Anzahl der Käufe die der Verkäufe (trotz zunehmenden Verkaufvolumens in den letzten Wochen) weiterhin dominiert.

"Das Insiderbarometer scheint sich auf einem weiterhin hohen Niveau zu stabilisieren. Der Optimismus der Firmeninsider nimmt im Monatsvergleich deutlich ab - bleibt aber für deutsche Aktien weiterhin positiv gestimmt", sagt Christian Rouette von der Fifam. Seit Anfang April zeigen sich die Top-Manager immer weniger optimistisch, so dass damit zu rechnen ist, dass das Barometer in den nächsten Wochen noch weiter nachgibt. Rückblickend zeigt die hohe Zahl der Insiderkäufe im ersten Quartal aber auch, dass die Manager sich aufgrund der günstigen Bewertung zu niedrigen Kursen eingedeckt haben.

"Wer künftig kauft, bei dem beruht diese Entscheidung vor allem auf neuen Nachrichten aus seinem Unternehmen", sagt Rouette. Anleger sollten daher künftig auf einzelne Insiderkäufe und-verkäufe blicken statt wie bisher auf deren Aussagekraft für den Gesamtmarkt. Die Anzahl der Transaktionen ist übersichtlich: Seit dem 05. Mai gab es nur zwei große Insider-Geschäfte: Bei den Top-Deals steht auf der Verkaufsseite aktuell der Dax-Wert Adidas. Hier hat Aufsichtsorgan Christian Tourres Aktien für rund 4,4 Millionen Euro verkauft. Auf der Kaufseite befindet sich die im SDax notierte MPC Capital AG.

Adidas hatte den Markt mit seinen aktuellen Quartalszahlen unlängst positiv überrascht. Der Umsatz stieg um 3,3 Prozent, das Betriebsergebnis um 23 und das Nettoergebnis um 32 Prozent. Aus Sicht der Analysten von Commerzbank Private Banking verlief das Geschäft in Europa, Asien und Lateinamerika mit zweistelligen Umsatzwachstumsraten äußerst erfolgreich. Nordamerika entwickelte sich dagegen mit deutlich rückläufigen Umsätzen enttäuschend, auch "Reebok" lässt weiter auf den Turnaround warten. Dies sehen die Analysten als Risiko, denn im Jahresverlauf dürfte wegen nachlassender Fussballl-EM-Effekte auch das Europa-Geschäft schwächer werden. Mit einem KGV (2008) von 14,5 halten die Analysten die Adidas-Aktie aktuell für fair bewertet (Einstufung: "Neutral" bestätigt), höhere Kurse seien eher unwahrscheinlich.



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Bei der im SDax notierten Münchmeyer-Peters-Capital-Aktie (MPC) halten die Commerzbank-Analysten vor allem die hohe Dividendenrendite von derzeit rund acht Prozent für sehr attraktiv. Diese wurde für 2007 zwar bereits bezahlt, auch für 2008 ist aber eine ähnliche hohe Ausschüttung zu erwarten. Das Geschäftsmomentum ließe aktuell jedoch nur eine Halteempfehlung zu, heißt es bei den Experten. Die Bilanz des ersten Quartals lag leicht unter den Erwartungen, zudem ist der Ausgang des Übernahmeversuchs von Konkurrent HCI Capital noch unklar.



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Insiderbarometer: Hinweis in eigener Sache


Der Index wird wöchentlich berechnet, betrachtet aber immer die Director´s Deals der vergangenen 14 Tage. Dadurch kann es bei der wöchentlichen Berichterstattung zu inhaltlichen Überschneidungen kommen.



Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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