Insider-Barometer
Rausch bei Insidern verfliegt

Der Kaufrausch lässt nach, die gute Stimmung nicht. Zwar kauften Top-Manager weniger Aktien ihres eigenen Unternehmens als zuletzt, doch Experten sehen keine Trendwende – sie machen saisonale Effekte für das Abflauen der Käufe verantwortlich. Die interessantesten Orders konnten bei Allianz und Siemens beobachtet werden.

FRANKFURT. Deutschlands Top-Manager haben in der Zeit zwischen dem zweiten und vierten Advent zwar weniger Aktien ihres Unternehmens geordert als in den vorherigen Wochen. Wenn sie jedoch ihr Depot umschichteten, dann wurden in der Regel Aktien gekauft und nur in den seltensten Fällen verkauft. 89 Käufe zeigt die Datenbank der Börsenaufsicht BaFin, an die Insider-Transaktionen von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen gemeldet werden müssen. Noch vor wenigen Wochen lag diese Zahl doppelt so hoch. Dagegen herrscht auf Verkaufsseite weiterhin Ebbe: Nur dreimal haben sich zuletzt Top-Manager von Aktien getrennt.

Christian Rouette vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Technischen Universität Aachen macht saisonale Effekte für das Abflauen der Käufe verantwortlich und sieht keine Trendwende: „In der Vorweihnachtszeit haben auch die Manager andere Dinge im Kopf als sich mit Aktienkäufen zu beschäftigen“, sagt er. Das Insider-Barometer, das sein Institut in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt berechnet, notiert weiter bei 205 Punkten nahe dem Rekordhoch. Bereits ab 110 Punkten gibt es ein generelles Kaufsignal für den Aktienmarkt. Ausgangspunkt ist dabei stets die Annahme, dass Top-Manager wie Vorstände oder Aufsichtsräte einen besseren und tieferen Einblick in die Unternehmensentwicklung haben als gewöhnliche Aktionäre und aufgrund dessen Aktien kaufen oder verkaufen.

Dass die Unternehmensinsider mit ihrer nun schon seit Monaten anhaltenden Kaufneigung eine völlig andere Meinung zur weiteren Marktentwicklung zeigen als viele Volkswirte, Analysten und Anlageberater, scheint diese nicht zu stören. Weltweit kaufen die Manager scharenweise, während um sie herum nahezu jedermann von Aktienengagements abrät. Daran ändern auch die freundlichen Märkte der vergangenen Tage nichts: „Die Fortsetzung der Kurserholung dürfte nicht das Ende des Bärenmarktes bedeuten“, heißt es bei der Landesbank Berlin (LBB).

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