Insider-Barometer
Ruhe nach dem Sturm

Der Kaufrausch scheint vorerst vorüber. Nachdem sich die deutschen Top-Manager zuletzt massenhaft mit Aktien der eigenen Unternehmen eingedeckt hatten, ließen sie es in der vergangenen Woche etwas ruhiger angehen. Nur einer wollte nicht locker lassen: RWE-Chef Jürgen Großmann kauft und kauft.

DÜSSELDORF. Nach ihrem Kaufrausch der vergangenen Wochen, haben Deutschlands Top-Manager diesmal eine Pause eingelegt. „Es sieht so aus, als ob die Insider, die kaufen wollten, dies bei den ermäßigten Kursen bereits getan haben“, sagt Olaf Stotz vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen. Zuletzt habe es nur sehr wenige Transaktionen gegeben. Das Volumen dieser Geschäfte war seit einem Jahr nicht mehr so niedrig wie in den vergangenen zwei Wochen.

Zugleich liegt das Insider-Barometer, das Fifam und Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnen, nur hauchdünn unter dem Rekordhoch bei knapp 190 Punkten. Dies zeigt, dass Top-Manager die Kursentwicklung ihres Unternehmens nach wie vor sehr optimistisch einschätzen.

Eine Ausnahme stellt offenbar das Solar-Unternehmens Solon dar. Der Solon-Aufsichtsrat Alexander Voigt hat erneut ein großes Aktienpaket verkauft. Nachdem er im Januar bereits Aktien für knapp 20 Millionen Euro verkauft hatte, trennte er sich nun von Solon-Aktien im Wert von knapp drei Millionen Euro. Der Preis je Aktie lag bei 52,38 Euro – deutlich unter dem Höchststand im November 2007. Damals notierte Solon noch bei 92,15 Euro, doch seitdem ist der Aktienkurs stetig gefallen. Dass Voigt ausgerechnet in dieser Situation einen Teil seiner Aktien verkauft, spricht nicht für sein Vertrauen in das Unternehmen.

Auch die Analysten bleiben eher skeptisch. Goldman Sachs stufte die Solon-Aktie von "Neutral" auf "Sell" herunter und senkte das Kursziel von 46 auf 38 Euro. Zur Begründung verwies Goldman-Analyst Mariano Alarco darauf, dass sich die Nachfrage nach Solarmodulen im Falle eines weltweit rückläufigen Wirtschaftswachstums abschwächen dürfte.

Etwas optimistischer klingt die Einschätzung von Sal. Oppenheim. Zwar senkten die Analysten ihre Prognose für Solon von 82 auf 79 Euro, bestätigte die Aktie aber zugleich mit "Buy". Der Solaranlagenbauer dürfte einer der „Gewinner in einem möglicherweise sich ändernden Marktumfeld sein“, sagt Analyst Gregor Kirstein.

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