Insider-Barometer
Strategiewechsel bei den Top-Managern

Die Kauflust bei Deutschlands Führungselite lässt nach: Die Kaufneigung der deutschen Top-Manager für Aktien des eigenen Unternehmens hat zuletzt weiter nachgelassen und befindet sich nur noch auf durchschnittlichem Niveau. Indes rücken einzelne Insiderkäufe und-verkäufe in den Blickpunkt der Anleger.

FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist auf 182 Punkte gefallen. Es liegt damit schon 25 Punkte unter dem Allzeithoch vom März.

"Wir sehen derzeit zwei gegenläufige Tendenzen", sagt Christian Rouette von der Fifam. Einerseits zeigen sich die Top-Manager seit Anfang April immer weniger optimistisch, so dass damit zu rechnen ist, dass das Barometer in den nächsten Wochen weiter nachgibt. Andererseits signalisiert die hohe Zahl der Insiderkäufe im ersten Quartal, dass die Manager sich da aufgrund der günstigen Bewertung zu niedrigen Kursen eingedeckt haben. "Wer künftig kauft, bei dem beruht diese Entscheidung vor allem auf neuen Nachrichten aus seinem Unternehmen", sagt Rouette.

Anleger sollten daher künftig auf einzelne Insiderkäufe und-verkäufe blicken statt wie bisher auf deren Aussagekraft für den Gesamtmarkt. Mehrere interessante Deals mit Aussagekraft für die künftige Kursentwicklung gab es in den vergangenen Wochen.

So haben sich bei Dax-Schwergewicht Daimler Finanzvorstand Bodo Uebber und Aufsichtsrat Jürgen Hambrecht - gleichzeitig Vorstandschef der BASF - mit Aktien im Wert von über 240 000 Euro eingedeckt. Im Umfeld der Transaktion bestätigte der schwäbische Autobauer seine Prognose, in diesem Jahr einen Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) deutlich über dem Vorjahresniveau erzielen zu wollen. Die Analysten vom Commerzbank Private Banking bewerten zudem positiv, dass sich bisher belastende Faktoren wie die Dollarschwäche und die US-Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte allmählich stabilisieren sollten. Nach dem Kursrutsch im Herbst scheint die Daimler-Aktie jedenfalls seit Jahresanfang ihren Boden gefunden zu haben und notiert seither zwischen 50 und 55 Euro.

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