Insider-Barometer
Top-Manager gehen auf Einkaufstour

Deutschlands Top-Manager haben mit ihren Aktienorders der letzten beiden Wochen eine eindeutige Antwort auf die teils heftigen Kursverluste an den Börsen gegeben: 87 Käufen standen lediglich acht Verkäufe gegenüber. Vor allem Familien und Gründer decken sich mit Aktien des eigenen Unternehmens ein – und sorgen für die stärkste Kaufphase seit Januar.

FRANKFURT. Nur nach den Kurseinbrüchen im Januar durch die Fehlspekulationen bei der französischen Großbank Société Générale haben die Manager noch mehr Aktien gekauft als zuletzt.

Das zeigt die Datenbank der Börsenaufsicht Bafin, die das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking auswertet.

Die Aussage daraus ist eindeutig: Kaum ein Top-Manager rechnet damit, dass es zu einem dauerhaften Einbruch an den Märkten kommen wird. Stattdessen nutzten zuletzt viele derer, die Einblick hinter die Kulissen des eigenen Unternehmens haben, die Gelegenheit, sich günstig mit Aktien einzudecken. Damit unterscheidet sich die aktuelle Situation deutlich von der des letzten Kurseinbruchs in den Jahren 2001 und 2002. Damals hatten sich die Manager zuhauf von Papieren ihres Unternehmens getrennt.

„Sowohl bei der Anzahl als auch den Volumina liegen die Käufe derzeit weit über dem langfristigen Durchschnitt“, sagt Christian Rouette von der Fifam. Umgekehrt liegen bei den Verkäufen Anzahl und Volumina weit unter dem Schnitt. Das Insider-Barometer, das die Fifam exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist seit dem vergangenen Mal leicht auf 172 Punkte gestiegen. Damit signalisiert es, dass die Manager dem Aktienmarkt insgesamt eine spürbare Erholung zutrauen.

Der hohe Punktestand liegt unter anderem auch daran, dass die mit Abstand größte Einzelorder, ein Verkauf von Tui-Aktien im Volumen von über 70 Mill. Euro, kein Alarmsignal auslöste. Zum einen ging das Aktienpaket von einer Beteiligungsgesellschaft des spanischen Aufsichtsrats Abel Matutes Juan an den russischen Tui-Großaktionär Alexej Mordaschow. Zum anderen haben die Initiatoren des Insider-Barometers für Orders dieser Größenordnung eine Kappungsgrenze eingezogen, um den Einfluss großer Einzeltransaktionen zu reduzieren. Diese liegt bei Käufen bei einer Mill. Euro und bei Verkäufen bei fünf Mill. Euro.

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