Insider-Barometer
Top-Manager glauben fest an ihre Unternehmen

Zehn der 30 Dax-Chefs haben in einem Zeitraum von nur einem Monat in Aktien investiert. Damit könnten die Insider zu einem Frühindikator für den Markt werden - es wäre nicht das erste Mal.
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FrankfurtEs sagt viel über den Zustand der Börse, wenn selbst gestandene Händler ratlos sind. Wenn sie vor plötzlichen Kurseinbrüchen wie am vergangenen Donnerstag stehen oder mit ansehen müssen, wie jeden Tag neue Theorien über den Zustand der Weltkonjunktur zum Besten gegeben werden. Hinter vorgehaltener Hand berichten sie derzeit bei den so zahlreichen Sommerfesten der Branche von solchen Momenten der Ratlosigkeit.

Zumindest eine Gruppe hat sich in diesem Stimmengewirr festgelegt wie keine andere: die Topmanager der Unternehmen, deren Aktien seit gut einem Monat massiv unter Druck geraten sind. Die Insider haben sich so positioniert, dass es keinen Spielraum für Spekulationen gibt. In den vergangenen Wochen haben sie so viele Aktien ihres Unternehmens gekauft wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Damals war die Börse ebenfalls am Tiefpunkt angelangt. Doch je weiter es nach unten ging, umso mehr griffen die Firmenchefs zu.

Heute ist es ähnlich: Mit Heidelberg Cement, der Allianz, Eon und Daimler kauften zuletzt gleich die Topmanager von vier Dax-Konzernen. Seit Beginn des Kurssturzes ist die Zahl der Dax-Konzerne, bei denen die Chefs die günstigen Kurse zum Einstieg genutzt haben, auf zehn gestiegen. Zuvor gab es schon bei Metro, K+S, BASF, Merck, Linde und Fresenius Insiderkäufe.

„Man könnte fast vermuten, dass die Insider zu den wenigen Investoren gehören, die sich über die aktuellen Kursturbulenzen an den Aktienmärkten freuen“, sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam). Das Institut berechnet alle zwei Wochen zusammen mit dem Commerzbank Wealth Management aus den Käufen und Verkäufen der Topmanager das Insider-Barometer.

Die Tendenz daraus ist eindeutig. 130 Käufe haben sie in den vergangenen beiden Wochen an die Börsenaufsicht Bafin gemeldet, dagegen waren es nur eine Handvoll Verkäufe. Das Insider-Barometer, das Fifam daraus errechnet, ist somit von 118 Punkten bei der vergangenen Erhebung auf aktuell 135 Punkte gestiegen. Es liegt damit eindeutig im Kaufbereich, der bei 110 Punkten beginnt, und signalisiert, dass sich Aktien künftig besser als die anderen Anlageklassen entwickeln dürften.

Der Grund für das Engagement der Insider ist klar. Die Firmenchefs blicken weiter in bestens gefüllte Auftragsbücher, auf eine hohe Auslastung und eine starke Nachfrage auf Messen und bei Kundengesprächen. An eine mögliche Rezession zu glauben, wie sie manche Volkswirte schon wieder für möglich halten, fällt da schwer.

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