Insider-Barometer
Top-Manager werden vorsichtiger

Deutschlands Top-Manager verlieren etwas von ihrem Börsen-Optimismus. Hatten sie sich im ersten Quartal, als die Aktienkurse kräftig einbrachen, noch in rekordverdächtigem Umfang mit Papieren ihres Unternehmens eingedeckt, so gibt es nun erste Anzeichen für eine Korrektur - die Kauflaune der Firmeninsider hat leicht nachgelassen. Das Insider-Barometer.

FRANKFURT. Nur noch 53-mal orderten Vorstände und Aufsichtsräte großer Aktiengesellschaften sowie deren Angehörige in den letzten zwei Wochen Firmenanteile, nachdem die Zahl in den 14-Tages-Zeiträumen davor jeweils bei über 70 gelegen hatte. Das zeigt die Datenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die Zahl der Verkäufe stieg dagegen von zuletzt vier auf sieben, womit sich unter dem Strich weiterhin ein klares Kaufindiz für den Gesamtmarkt ergibt.

Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Technischen Universität Aachen alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt erstellt, fiel entsprechend von zuletzt 203 Punkten auf 196 Punkte. "Von einer generellen Trendwende zu sprechen ist sicherlich noch zu früh", sagte Christian Rouette von der Fifam.

Auffällig ist indes, dass eine große Zahl von Top-Managern - und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA - das turbulente erste Quartal genutzt hat, um günstig in die Papiere ihrer Unternehmen einzusteigen. Sie signalisieren damit, dass sie den Aktien ihres Hauses wegen ihrer Kenntnisse beispielsweise über Aufträge oder Auslastung mehr zutrauen, als dies der aktuelle Kurs zeigt.

Viele in der Vergangenheit bereits rege Käufer haben zuletzt wieder zugegriffen. Bei der nicht mehr nur auf Parfümerie ausgerichteten Douglas Holding gab es mit insgesamt über 1,5 Mill. Euro die größten Käufe. Die Analysten von Commerzbank Private Banking raten ihren Anlegern zur Nachahmung: "Douglas plant, im laufenden Jahr mit 80 Parfümerien (Vorjahr: 56) deutlich schneller zu wachsen und eröffnet im arabischen Raum, Griechenland, Bulgarien und Rumänien eine Reihe neuer Märkte."

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