Insider-Barometer
Topmanager halten sich mit Aktien-Orders zurück

So zurückhaltend waren Deutschlands Topmanager noch nie: In den vergangenen beiden Wochen haben nur zwei von ihnen aus den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax Aktien ihres Unternehmens gekauft; verkauft hat kein einziger.
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FRANKFURT. In den mittlerweile viereinhalb Jahren, in denen das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) die Orders von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen auswertet, gab es das noch nie. „Die Insider orientieren sich neu“, sagt Fifam-Experte Simon Bölinger.

Bisher hatten sie in diesem Jahr stets gekauft, wenn der Dax in Richtung seines Tiefs bei 5 700 Punkten gefallen war. Nahe der Hochs über 6 300 Zählern haben sie verkauft. Seitdem der Dax in der vergangenen Woche sogar die Marke von 6 600 Punkten durchbrochen hat, ist dieses Verhaltensmuster dahin.

Eines lässt sich jedoch erkennen: Topmanager, die aufgrund ihrer Einblicke in Auftragsbücher und Lagerbestände weit mehr als gewöhnliche Anleger die künftige Entwicklung erkennen können, rechnen im kommenden Jahr nicht mit einer deutlichen Wachstumsabschwächung. Deswegen verkaufen sie nicht. Sie glauben aber auch nicht an ein ungezügeltes Anhalten des Aufwärtstrends. Deshalb kaufen sie nicht mehr zu. Insgesamt werden sie für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte immer zurückhaltender. Das Insider-Barometer, das die Fifam-Experten aus den Orders der Topmanager berechnen, die diese an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen, ist zuletzt auf 111 Punkte gefallen. Noch signalisiert es Kauflaune. Bei 110 Punkten beginnt jedoch der neutrale Bereich.

Aktie von H&R Wasag war für Aufsichtsrat ein gutes Investment

Wenn sie kaufen, dann versprechen sie sich ein deutliches Kurspotenzial nach oben. Paradebeispiel ist der Spezialchemie-Hersteller H&R Wasag. Zum Kurs von 18,52 Euro hat vor zwei Wochen ein Aufsichtsrat über seine Beteiligungsgesellschaft Aktien im Wert von über 590 000 Euro gekauft. Am Freitag lag der Kurs bei 20,75 Euro. Geht es nach Analysten, dann ist nur noch wenig Luft nach oben. Größter Optimist ist Carsten Kunold vom Bankhaus Merck Finck. Sein Kursziel liegt bei 24 Euro.

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