Insider-Barometer
Topmanager nutzen Kurstief für Aktienkäufe

Das zwischenzeitliche Kurstief nutzten Manager zu kräftigen Einkäufen. Mittlerweile sind viele wieder zurück in Lauerstellung. Argumente sowohl zum Kaufen als auch Verkaufen liefert der gut gefüllte Nachrichtenkalender.
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FrankfurtEs war der von vielen erhoffte Rückschlag an den Märkten, den Deutschlands Topmanager nach dem Beben in Japan in der zweiten Märzhälfte zu kräftigen Einkäufen am Aktienmarkt genutzt haben. Seitdem der Dax die Marke von 7000 Punkten aber wieder überschritten hat, gilt das Motto wie zuvor: Abwarten und nur gezielt bei auffälligen Einzelwerten kaufen oder verkaufen. Verantwortlich ist der reichlich gefüllte Nachrichtenkalender in den kommenden Wochen, der für Optimisten wie für Pessimisten reichlich Argumente liefern könnte. "Kein Wunder also, dass viele Insider erst mal wieder eine neutrale Position einnehmen", sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam).

Sein Haus untersucht alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt die Orders der Topmanager, die diese an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen. Das Insider-Barometer, das sich daraus errechnet, hat zuletzt bei 94 Punkten und damit knapp unter dem Niveau der vorherigen Erhebung verharrt. Für Privatanleger bedeutet das, man befindet sich im neutralen Bereich zwischen 90 und 110 Punkten, deutliche Kursausschläge nach oben wie nach unten sind von Seiten derer, die einen tieferen Einblick in ihr jeweiliges Unternehmen haben, nicht zu erwarten.

Dennoch gab es auch in den vergangenen beiden Wochen prominente Namen auf beiden Seiten. Bei der Deutschen Post, einer Dax-Aktie, die von den täglichen Aufgeregtheiten am Markt meist nur relativ wenig abbekommt, haben die beiden Vorstände Frank Appel und Jürgen Gerdes, zudem noch Appels Frau Claudia, Aktien im Wert von über 400000 Euro gekauft. Von Bedeutung für Privatanleger ist der Kauf, weil es bei der Deutschen Post relativ wenige Insiderorders gibt. Die letzte von Vorstandschef Frank Appel stammt von Ende 2007, damals hat er verkauft und so ein gutes Gespür für die Märkte vor der aufkeimenden Finanzkrise bewiesen.

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