Insider-Barometer: Topmanager wenden sich vom Aktienmarkt ab

Insider-Barometer
Topmanager wenden sich vom Aktienmarkt ab

Erst waren sie nur zögerlich, jetzt tendieren Top-Manager noch stärker zu Gewinnmitnahmen. Das Handelsblatt-Insiderbarometer zeigt deutlich mehr Verkäufe als Käufe. Für Anleger ist das ein weiteres Warnsignal.

FrankfurtSie agierten bisher schon zurückhaltend, jetzt schwenken Deutschlands Topmanager um auf die Verkaufsseite. Nur noch bei ausgewählten Einzeltiteln, die vom Aufschwung seit Jahresanfang nichts abbekommen haben, griffen sie zuletzt zu. Das Insiderbarometer, das das Forschungsinstitut für Asset-Management zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist zuletzt leicht unter die Marke von 90 Punkten gefallen.

Unter dieser Schwelle beginnt der Verkaufsbereich, darüber halten sich Käufe und Verkäufe der Topmanager in etwa die Waage. In den vergangenen beiden Wochen haben die Unternehmensinsider jetzt aber deutlich mehr Aktienverkäufe an die Börsenaufsicht BaFin gemeldet. Die Volumina erreichten fast das Niveau von Anfang Dezember. Damals hatten sich die Topmanager von der höchsten Summe an Aktien getrennt seit Ausbruch der Finanzkrise.


Insider halten Aktien für ausreichend bezahlt
"Generell zeigen die Unternehmensnachrichten zwar eine gute Verfassung der Bilanzen an, doch einige Insider halten die Aussichten ihrer Gesellschaften mit den aktuellen Preisen für ausreichend bezahlt", sagt Simon Bölinger von der Fifam. Speziell bei den zuletzt sehr gut gelaufenen Immobilienaktien haben Topmanager Gewinne mitgenommen. Bei der wohl bedeutendsten deutschen Aktie der Branche, der Deutschen Euroshop, hat Aufsichtsrat Thomas Armbrust über seine Beteiligungsgesellschaft Arosa Papiere im Wert von über 22 Millionen Euro abgegeben.

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