Insider-Barometer: Vertrauen der Insider schwindet

Insider-Barometer
Vertrauen der Insider schwindet

Die deutschen Top-Manager agieren vorsichtiger. So wie derzeit viele Anleger dem Markt misstrauen, kaufen auch die Firmeninsider weniger Aktien der eigenen Unternehmen. Bei den Insiderverkäufen fielen in den vergangenen Wochen wieder einmal alte Bekannte auf - darunter ein Aufsichtsrat eines Dax-Unternehmens, der gerade rechtzeitig verkaufte.

DÜSSELDORF. Der Start ins neue Jahr verlief an den Aktienmärkten alles andere als viel versprechend. Die Angst vor einer drohenden Rezession in den USA belastete die Kurse, viele Anleger agierten vorsichtiger. So geriet auch der Insiderhandel der deutschen Top-Manager etwas ins Stocken. "Die Insider sind im Vergleich zur letzten Woche etwas zurückhaltender geworden", sagt Olaf Stotz vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der RWTH Aachen.

Das Insider-Barometer, das das Fifam in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet, ist in der vergangenen Woche um 2 Punkte gefallen. Damit bestätigt sich der Abwärtstrend, der seit einigen Wochen erkennbar ist. Anfang Oktober zeigte das Barometer noch einen Wert von 182, danach fiel es - von vereinzelten Ausnahmen abgesehen - von Woche zu Woche auf nunmehr 147 Punkte. "Wir verzeichnen vor allem einen deutlichen Rückgang seitens der Insiderkäufe", sagt Stotz.

Auf Käuferseite zeugte sich zuletzt ein alter Bekannter unter den Insidern. Der Chef des Logistik- und Verpackungsunternehmens D.Logistics Detlef Hübner schlug wieder einmal zu. "Hübner ist in der Vergangenheit schon häufiger aufgefallen, weil er Aktien des eigenen Unternehmens kaufte", sagt Fifam-Experte Olaf Stotz.

Diesmal kaufte er Aktien im Wert von 2,8 Millionen Euro. Das zeigt zwar, dass Hübner an sein Unternehmen glaubt, den Kurs haben seine Käufe allerdings nicht nach oben bewegt.

Was den Aktienkurs angeht, dürfte es ohnehin schwer werden, an vergangene Tage anzuknüpfen. In Zeiten des Neuen Marktes wurde D.Logistics in kurzer Zeit bis auf 108,80 Euro hoch gepeitscht, bevor das Papier ebenso schnell wieder hinab segelte. Seit Jahren schwankt der Kurs nun um die Marke von zwei Euro je Aktie - zurzeit notiert er bei 1,80 Euro.

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