Insider-Barometer
Vier Verkäufe in Millionenhöhe

Den anhaltenden Aufwärtstrend, den viele Aktienstrategen, Anlageberater und Fondsmanager im neuen Jahr erwarten, sieht die Mehrheit der deutschen Topmanager nicht. Sie sind zum Jahresausklang zwar wieder weit stärker am Markt aktiv als sie dies den gesamten Herbst über waren. Dabei gilt jedoch das Motto: Gekauft wird in kleinem Stil, verkauft dagegen im großen.
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FRANKFURT. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) zusammen mit Commerzbank Wealth Management aus den Orders der Topmanager errechnet, ist dadurch auf weniger als 80 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren gefallen. Zur Erinnerung: Kurz darauf, im Frühsommer 2006, musste der Dax eine scharfe Korrektur um fast 800 Punkte hinnehmen, eher er ab Ende der Sommerferien bis auf das bisherige Allzeithoch von 8105 Punkte durchstartete. „Die Unternehmensinsider zeigen damit ihre vorsichtige Haltung gegenüber der weiteren Aktienmarktentwicklung“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance.

Vier Verkäufe in Millionenhöhe deuten auf sinkende Kurse hin

Barometerstände in dieser Größenordnung zeigen, dass die Mehrzahl der Topmanager für den Aktienmarkt eher fallende als steigende Kurse erwartet. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass in den vergangenen Tagen vier Verkäufe in der Größenordnung von über einer Million Euro von den 160 Unternehmen aus dem Dax, MDax, TecDax und SDax bei der Börsenaufsicht BaFin gemeldet wurden. Eine solche Anzahl gab es schon lange nicht mehr.

Der mit Abstand größte Verkauf mit einem Volumen von über fünf Mio. Euro kam vom Berliner Medienhaus Axel Springer. Hinter der Beteiligungsgesellschaft Brilliant 310 verbirgt sich ein Topmanager. Der Verkauf selbst macht Analysten zufolge wegen des deutlichen Kursanstiegs in diesem Jahr durchaus Sinn. Rund 50 Prozent hat die Aktie von Axel Springer seit Anfang Januar gewonnen. Die Kursziele der Analysten für die Aktie, die am Freitag über 77 Euro kostete, sind in Sichtweite. 82 Euro hält Laurent Picard von der Société Générale für angemessen, auf 85 Euro hat Mark Braley von der Deutschen Bank vor kurzem sein Kursziel erhöht.

Adidas-Aufsichtsrat trennt sich von seinen Anteilen

Einziger Dax-Konzern auf Verkaufsseite ist Adidas. Beim fränkischen Sportartikelriesen hat sich Aufsichtsrat Christian Tourres ein weiteres Mal von Papieren getrennt, diesmal in der Größenordnung von über 1,9 Mio. Euro. Tourres hatte bereits im August Bestände über rund 1,6 Mio. Euro verkauft. „Herr Tourres ist in den vergangenen Jahren immer wieder durch größere Transaktionen aufgefallen, so dass dieser Verkauf als nicht außergewöhnlich bezeichnet werden muss“, sagt Olaf Stotz. Im vergangenen Jahr stieß er Papiere über 4,4 Mio. Euro ab, 2007 waren es knapp 18 Mio. Euro. Damals kaufte er jedoch auch Aktien im Volumen von rund sechs Mio. Euro. Die Adidas-Aktie steht bei Analysten trotz des Zugewinns von etwa 50 Prozent seit dem Sommer gut da. Von den 38 Experten, die sie laut dem Informationsdienst Bloomberg beobachten, raten 20 zum Kauf und nur neun zum Verkauf. Weitere neun nehmen eine neutrale Position ein.

Auf Käuferseite kamen die auffälligsten Orders der vergangenen beiden Wochen vom Dax-Wert K+S. Ein Aufsichtsrat und zwei Vorstände, darunter Vorstandschef Norbert Steiner, haben zuletzt zugegriffen. Seit dem Sommer hat sich die Aktie des Düngemittelspezialisten bereits stabilisiert, seit November geht der Trend sichtbar bergauf.

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