Insider-Barometer
Wahl lähmt Insider

Deutschlands Top-Manager haben in den letzten Wochen so wenige Aktien ihres Unternehmens ge- und verkauft wie noch nie. Die Volumina der Käufe sind auf ein historisches Tief gefallen, die der Verkäufe im Vergleich zum Vormonat um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Eine Belebung der Transaktionen ist auch an die politischen Verhältnisse gekoppelt.

FRANKFURT. Das geht aus der Datenbank der Börsenaufsicht BaFin hervor. "Eine mögliche Erklärung ist die Bundestagswahl, die die Vorstände abwarten lässt", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Erst wenn sich anschließend schnell klare Verhältnisse ergeben sollten, könnte es bald wieder interessante Transaktionen geben.

Von den Top-Managern der insgesamt 160 Unternehmen aus dem Dax, MDax, TecDax und SDax kamen in den beiden Wochen vor der Wahl nur jeweils zwei Kauf- und Verkaufsorders. Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist damit im Vergleich zur vergangenen Berechnung um sechs Punkte auf 91 Zähler zurückgegangen. Zwischen 90 und 110 Punkten signalisieren die dort eingehenden Orders von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen eine neutrale Position zu den Aussichten am Aktienmarkt. Erst wenn das Barometer unter die Marke von 90 Punkten rutschen würde, wäre das ein generelles Verkaufssignal.

Die Unternehmensinsider hatten speziell in den äußerst schwachen Börsenmonaten im Frühjahr gekauft. In den vergangenen Monaten dagegen ist das Insider-Barometer massiv gefallen. Weitere Rücksetzer in den kommenden Wochen sind ebenso wenig ausgeschlossen wie eine Rückkehr der Kaufneigung. "Deutschlands Insider stehen am Scheideweg", bringt es Olaf Stotz auf den Punkt. Einerseits gibt es anders als zuletzt kaum noch Gewinnmitnahmen, sehen doch die Top-Manager teils überraschend positive Signale von Konjunkturseite. Andererseits ist ihnen bewusst, dass ein großer Teil der Kehrtwende im vergangenen halben Jahr durch staatliche Subventionen begünstigt war. "Die Insider differenzieren jetzt, was von Dauer sein wird und was nicht", sagt Stotz.

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