Insider zu Rheinmetall
Kolbenschmidt soll im Herbst an die Börse

Bei dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall gibt es Insidern zufolge konkrete Zukunftspläne für die Tochter Kolbenschmidt Pierburg. Offenbar ist noch im Herbst ein Börsengang des Autozulieferers geplant.
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FrankfurtRheinmetall will seine Autozuliefer-Tochter Kolbenschmidt Pierburg Finanzkreisen zufolge noch im Herbst an die Börse bringen. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern wolle damit die brummende Autokonjunktur nutzen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Deutsche Bank, die Commerzbank und Merrill Lynch seien beauftragt worden, den Börsengang vorzubereiten, die Investmentbank Lazard sei zudem als Berater verpflichtet worden. Das hatte auch die „Financial Times Deutschland“ berichtet. Kolbenschmidt werde mit rund einer Milliarde Euro bewertet, Rheinmetall insgesamt ist an der Börse 2,3 Milliarden wert.

Rheinmetall will sich nicht näher zu seinen Plänen äußern. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche überraschend die Abkehr von seiner Zwei-Säulen-Strategie vollzogen und eine Trennung von der Autoteile-Sparte mit ihren 11.000 Mitarbeitern nicht mehr ausgeschlossen. Ein Investmentbanker sagte, wenn sich das Umfeld an den Märkten eintrüben sollte, sei auch eine reine Abspaltung nicht auszuschließen, bei der Rheinmetall zusätzlich Kolbenschmidt-Papiere an seine Aktionäre ausgeben würde.

Bekanntestes Beispiel in Deutschland für einen solchen Schritt ist der Spezialchemiekonzern Lanxess, der von Bayer separiert worden war. Auch die Edelstahlsparte von Thyssen Krupp könnte auf diese Weise an die Börse gebracht werden - der Rivale Arcelor Mittal hatte es mit Aperam vorgemacht. Konzerne erhoffen sich von der Abspaltung von Sparten, dass beide Teile am Ende zusammen mehr wert sind.

DZ-Bank-Analyst Markus Turnwald sagte: „Wir glauben, dass der gegenwärtige Konglomeratsabschlag verschwinden wird, wenn die Trennung von der Automobilsparte vorankommt.“ Auch Siemens will sich von der Leuchten-Sparte Osram über einen Börsengang trennen.

Der kleinere Kolbenschmidt-Konkurrent SHW hatte bei seinem Börsengang Anfang Juli mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Erst mit einer verlängerten Angebotsfrist gelang der Sprung - doch der Finanzinvestor Nordwind bekam nicht alle Aktien unter. Am Montag notierte die SHW-Aktie mit 25,40 Euro unter dem Ausgabepreis von 26 Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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