Insiderbarometer
Top-Manager machen Kasse

Der rasante Kursanstieg an den Aktienmärkten schreckt die deutschen Top-Manager auf. Offenbar misstrauen einige der Rally und verkaufen ihre Papiere. Den Insider wird nachgesagt, dass sie Trends am Markt besonders früh erkennen. Doch nicht hinter jedem Verkauf steckt die Sorge vor schlechten Zeiten.

FRANKFURT. Der Dax markiert ein neues Jahreshoch. Doch die deutschen Top-Manager werden zunehmend vorsichtiger und verkaufen Aktien. Das signalisiert zumindest das Insider-Barometer, das die Käufe von Anteilen des eigenen Unternehmens durch deren Manager misst.

Das Barometer, das vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit der Commerzbank für das Handelsblatt errechnet wird, ist zuletzt um fünf Punkte gesunken und notiert seit langer Zeit wieder unter 100 Zählern. Seit Wochen befindet sich dieser Indikator nun schon auf Talfahrt. Es signalisiert damit, dass die Kurse in den kommenden Monaten sinken könnten.

Nicht in allen Fällen bedeutet ein Insiderverkauf allerdings, dass die Unternehmenslenker von schlechteren Geschäfte ausgehen. So ging es etwa bei Dürr, dem größten Insiderverkauf der letzten Woche, um die langfristige Erbregelung. Gründer und Aufsichtsratschef Heinz Dürr verkaufte knapp zehn Prozent seines Unternehmens im Wert von 17,7 Mio. Euro.

Der große Verkauf bei Heidelberg-Cement dürfte mit der Umstrukturierung des Merckleschen Familienvermögens zusammenhängen. In den vergangenen beiden Wochen verkaufte die Schwenk Beteiligungen GmbH ein Aktienpaket im Wert von rund 53 Mio. Euro. Die Familie Schwenk/Schleicher ist seit 1911 Aktionärin von Heidelberg-Cement und seit 1965 im Aufsichtsrat vertreten. Käufer war die Spohn Cement Gmbh, die wiederum der Merckle Unternehmensgruppe zuzurechnen ist.

Bei Anlegern und Analysten gilt Heidelberg-Cement als spekulatives Papier. Die WestLB hat Heidelberg-Cement von "Add" auf "Neutral" abgestuft und das Kursziel gestrichen. Der Zementhersteller werde mit einem Abschlag gegenüber seinen Wettbewerbern gehandelt, der jedoch allmählich abnehme, schrieb Analyst Ralf Dörper in einer Studie. Bei einem fairen Wert von 38 Euro liege das verbleibende Aufwärtspotenzial für die Aktie bei unter zehn Prozent.

Neben den größeren Verkaufstransaktionen ist diese Woche auch wieder eine große Kauftransaktion zu vermerken, die bei Krones fast zwei Millionen Euro ausmacht. "Bei Krones ist insbesondere Herr Kronseder in der vergangenen Zeit immer wieder mit größeren Zukäufen zu beobachten gewesen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance. Die Familie Kronseder, mit mehr als 50 Prozent der Anteile größter Aktionär, scheine von den langfristigen Zukunftsaussichten ihres Unternehmens weiter überzeugt zu sein und nutze die aktuell günstigen Kurse zu einer Aufstockung.

Die Experten der Commerzbank sehen das etwas anders: "Für das gesamte Jahr müssen wir von deutlichen Verlusten ausgehen. Wir bevorzugen in diesem Segment GEA, die zum einen auch in der Krise wesentlich profitabler bleiben, aber auch auf normalisierten Gewinnen attraktiver bewertet sind."

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