Insiderbarometer
Top-Manager sind verunsichert

Die Euro-Krise macht die Insider vorsichtig. Viele Firmenlenker sind offenbar davon überzeugt, dass die Aktienkurse nochmal kräftig nachgeben. Bei der Telekom dagegen haben die Top-Manager zugegriffen.
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FrankfurtFirmenlenker und Aufsichtsräte haben gegenüber normalen Anlegern den Vorteil, dass sie ihr eigenes Unternehmen besser einschätzen können. Deshalb handeln sie oft antizyklisch und kaufen, wenn die Aktienkurse fallen. In jüngster Zeit ist das aber nicht mehr so.

Obwohl der Deutsche Aktienindex (Dax) seit März bereits um etwa 1 000 Punkte gefallen ist, halten sich die Insider an der Börse nach wie vor zurück. "Die Verunsicherung ist bei den Insidern angekommen", sagt dazu Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance, und meint dies auch mit Blick auf die für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone wichtigen griechischen Parlamentswahlen am gestrigen Sonntag.

Unter dem Strich notiert das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt berechnet, weiter im neutralen Bereich. Aktien dürften sich demnach in den kommenden drei Monaten weder besser noch schlechter als andere Anlageklassen entwickeln. Grundlage zur Berechnung des Insider-Barometers sind die Käufe und Verkäufe, die Firmeninsider an die Finanzaufsicht Bafin melden müssen.

Auffällig ist dabei aber, dass es mit gleich zwei Dax-Firmen auch bei den Käufern prominente Beispiele gibt. Bei der Deutschen Telekom kauften drei Vorstände insgesamt Aktien über mehr als 390 000 Euro. Kein schlechtes Geschäft: Seit den Käufen zwischen Ende Mai und Anfang Juni ist der Kurs der T-Aktie gestiegen - auch wenn sie seit Jahresanfang immer noch zu den schlechtesten Dax-Werten gehört. Doch Vorstände und Aufsichtsräte der Telekom glauben ganz offensichtlich an die Aktie: Seit 2011 haben Insider ausschließlich gekauft, und zwar Aktien im Wert von insgesamt knapp 2,7 Millionen Euro. Verkäufe von Insidern wurden bei der Telekom nicht registriert.

Auch die Experten der Commerzbank empfehlen die T-Aktie zum Kauf. Operativ entwickle sich der Konzern solide weiter, und für die kurzfristige Kursentwicklung sei gut, dass die Telekom nach dem gescheiterten Verkauf der US-Tochter an AT&T neue Optionen für den Verkauf prüfe.

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