Institutionelle sichern Depots durch Verkaufsoptionen ab: Börsen sind reif für Bärenmarkt-Rally

Institutionelle sichern Depots durch Verkaufsoptionen ab
Börsen sind reif für Bärenmarkt-Rally

An den Aktienmärkten hat der Pessimismus neue Rekorde erreicht. Messbar wird die schlechte Stimmung in der hohen Absicherung der institutionellen Anleger. Investoren gehen derzeit „short“ – das heißt, sie haben ihre Positionen durch Verkaufsoptionen gesichert. Sobald diese wieder geschlossen werden, ist die Börse für eine Rally reif.

HB DARMSTADT. Die Kriegstauglichkeit ihrer Aktienportfolios herzustellen, war in den letzten Wochen das Ziel vieler Fondsmanager. Laut Statistik haben sich die Verkaufspositionen (Short-Positionen) institutioneller Anleger in den USA seit Anfang Januar mehr als verdoppelt. Kauf-, also Longpositionen wurden reduziert. Das hieraus resultierende Short/Long-Verhältnis zeigt nun einen Extremwert an, der noch höher ist als Anfang Oktober.

In Deutschland ist die Stimmungslage ähnlich pessimistisch. Manche Vermögensverwalter haben derzeit ihre Aktienbestände zu 100 % abgesichert. Bestätigt wird dies durch das hohe „Open Interest“ (offene Kontrakte) im Dax-Future. Die vorsichtige Haltung wird mit der schwachen Wirtschaft und mit den Risiken eines drohenden Irak-Kriegs begründet.

Seit dem Januar-Hoch sind die Aktienindizes weltweit um 12 % bis 20 % gefallen. Modelle der Behavioral Finance gehen davon aus, dass sich die Mehrheit der Marktteilnehmer regelmäßig so verhält wie eine Herde: Sie verhalten sich homogen und neigen zu Übertreibungen.

Eine große Mehrheit hat sich mit Verkaufspositionen abgesichert. Statt jetzt noch zu dieser Mehrheit zu stoßen, ist es aus behavioristischer Sicht angebracht, über eine taktische Gegenposition nachzudenken. Wird den Marktteilnehmern die Unsicherheit genommen, insbesondere durch eine Klärung der Irak-Frage – sei es durch Kriegsausbruch oder durch Verlängerung der Inspektionen – werden sie nach und nach ihre Verschanzungen verlassen und so an den Börsen eine Entspannungsrally auslösen.

Zwar ist es möglich, dass bis zu einer politischen Entscheidung der marktbreite amerikanische Index S&P 500 auf sein Oktober-Tief (775 Punkte) zurückfällt und der Deutsche Aktienindex (Dax) kurzfristig seine Langfrist-Unterstützung bei 2 350 Punkten testet. Der Anstieg an den Weltbörsen seit der Uno-Tagung am vergangenen Freitag setzte aber bereits typische Zeichen einer unteren Wende. Die seitdem täglich zu beobachtenden Short-Eindeckungen indizieren das frühe Stadium einer Bärenrally, die ab dem Tief im S&P 500 um 12 %, im Dax sogar um 20 % tragen kann. Denkbar ist, dass sich die Kurse bis zum Entscheidungstermin über eine zweite Irak-Resolution noch einmal kurzfristig abschwächen.

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